Fernsehturm und Hermelin
Vor einigen Monaten bekam ich aus dem Rundfunk mit, dass im Berliner Bode Museum eine Ausstellung mit dem selbsterklärenden Titel "Gesichter der Renaissance" stattfinden soll. Schon die Ankündigung hat in mir sofort den "da muß ich hin" Impuls ausgelöst. Als dann noch klar war, dass das Sahnestück "Die Dame mit dem Hermelin" zu sehen sein wird, haben sich das wohl auch noch 200.000 andere Menschen gedacht und so wuchsen die Wartezeiten schnell bis in Dimensionen der "MoMA in Berlin" Ausstellung, die ein paar Jahre zuvor ganze Legionen angelockt hat.
Schließlich kam ich dann langsam in Zeitbedrängnis, denn das Ende der Austellung nahte immer bedrohlicher. So kam es mir gelegen, dass der einzige Feiertag, der lediglich in Sachsen stattfindet, mit einer von meiner Uni ausgerichteten Exkursion nach Berlin gefüllt wurde. Eigentlich primär an ausländische Studenten gerichtet, ließ ich es mir nicht nehmen für ein paar Kröten die Tour in die Hauptstadt mitzumachen und dann dort meiner Wege zu gehen. Gegen 11:30, nach einer laaangen Fahrt, auf der Museumsinsel angekommen, organisierte ich mein Ticket und stellte fest dass ich noch etwas mehr als drei Stunden hatte bis ich ins Museum konnte. Aber man weiß sich ja zu helfen und kennt inzwischen auch eine gute Sushibude am Alexanderplatz (genauer gesagt an der Liebknecht-Straße) und was noch viel wichtiger ist, auch ein paar ganz liebe Menschen. Einen solchen traf ich nach meiner leckeren Mahlzeit auch noch und so war die Wartezeit sogar viel zu schnell vorbei.
Obwohl ich einen recht großen Teil meines Photoequipments mitgenommen hab, blieb es bei ein paar wenigen Photos mit minimal Ausstattung. Aber eigentlich war ich ja nicht primär wegen der Möglichkeit zu photographieren da, sondern wegen der Gesichter der Renaissance.Es wäre ein Frevel diese Kunstepoche auf Leonardo Da Vinci zu reduzieren. Das wäre auch sehr enttäuschend gewesen, denn die schöne Cecillia Gallerani, welche das unschuldige weiße Hermelin in ihrem (und vielleicht auch noch eines anderem) Arm hält, ist bereits 2 Wochen zuvor nach London weiter gereist. Aber auch Raffael und Donatello (in diesem Falle nicht die Turtles), Botticelli und noch viele weitere, hauptsächlich italienische Künstler der Renaissance wurden mit einer gut kuratierten Ausstellung gewürdigt. Leider waren die zweieinhalb Stunden bis zur Rückfahrt sehr knapp um alles auf sich wirken zu lassen, aber ich habe trotzdem ein bißchen des Flairs der Medici geschnuppert.

