Dubstep (wub wub wub)

Elektronische Musik ist ja schon immer corpus delicti von Geschmacksdiskussionen gewesen, obwohl sich darüber ja bekanntlich nicht streiten läßt. Schon das Theremin, das Trautonium und später die weiter verbreiteten Synthesizer ließen Skepsis bei den Musiktraditionalisten aufkommen, für die alles was erstmal analoge oder digitale Schaltungen durchlaufen hat ziemliches Teufelszeug darstellte. Diese Ablehnung von Neuerungen in der Musik läßt sich beliebig weit iterieren und wird aktuell mit der Frage, ob Dubstep überhaupt noch Musik ist, diskutiert. Die Fans lieben die Basedrops, dreckige Beats und waberndes wub wub wub, die meisten anderen fühlen sich an das Einwahlgeräusch von 56k Modems erinnert.

Drop the Bass – Clean up the mess1

Ich gestehe, der Grat zwischen lieblos hingerotztem Elektroschrott und richtig fetten Sounds ist im Zeitalter relativ simpel zu bedienender Software manchmal recht schmal aber es gibt durchaus genug Musiker die sich richtig Mühe geben und neue Wege abseits ausgelatschter Pfade zu betreten. Weiterlesen

Review zum VIII Amphi Festival

Erfurt, 21.07.2012 5:15 UTC+1: Mein Handy blinkt und teilt mir mit dass mein einziger Mitfahrer es arbeitsbedingt leider nicht schafft, um 7 bereit zur Abfahrt nach Köln zu sein. Schade, die paar Kröten hätte ich gut gebrauchen können, vor allem weil rein zufällig der Spritpreis mal wieder auf 1,68€/l pünktlich zum Ferienstart in Thüringen angestiegen ist. Aber was will man machen. Das Leben ist nunmal kein Ponyhof. Also hieß es alleine auf die Autobahn. Dann doch etwas später als geplant, aber so ist das ja irgendwie fast immer. Die 368km nach Köln waren staulos (sowas soll’s geben!) in etwas mehr als 3,5h abgefahren und das Zimmer im Palazzo Prozzi (ibis budget) schnell bezogen. Ich muß sagen, dafür dass es die Anmutung einer Schiffskajüte im 10. Unterdeck hatte, war es echt gemütlich. Aber eigentlich war ich ja nicht wegen der bombastischen Unterkunft sondern wegen des Amphi Festivals da.

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Typophilia for geeks

Mein ästhetisches Empfinden umfasst auch eine profunde und ordentliche Typographie. Auf Plakaten zur Präsentation wissenschaftlicher Themen Comic Sans zu finden, hat mir schon desöftern die Fußnägel hochgerollt.

Aus diesem Grunde habe ich auch für alle großen Belegarbeiten \LaTeX zum Text setzen benutzt und freue mich dass das Corporate Typeface meiner Uni das wunderschöne Futura1 ist.

Was hat das nun aber mit der Überschrift zu tun? Nun, wenn irgendetwas richtig geeky sein soll, wird dazu ein Periodensystem erstellt. Das Periodensystem der Elemente von Mendelejew als Grundlage, gibt es nun inzwischen solch witzige Dinge wie das Periodic Tables of Heavy Metals (530)2 (welches allerdings eher wie eine Isotopentabelle aussieht, just btw.), oder der College Students Guide to Boozing (470)3. Richtig cool fand ich allerdings diese hier:

Periodic Table of Typefaces

Periodic Table of Typefaces (via. squidspot.com)

Eine schöne Übersicht, über die meistverwendeten Schriftarten. Das Konzept eines Periodensystems wird zwar in keinem Fall auch nur annähernd ernst genommen, aber das ist bei solchen Spielereien ja auch eher nebensächlich. Denn in allererster Linie sieht es gut aus und ist ein Tribut an die Schönheit von Schriften. Damit Comic Sans nicht die Weltherrschaft übernimmt.

  1. Funfacts: Stanley Kubrick liebte diese Schriftart sehr und auf der Plakette, die Neil Armstrong 1961 (angeblich *hust*) auf dem Mond angebracht hat, ist sie auch zu finden
  2. via. http://www.crackajack.de/2011/07/26/the-periodic-table-of-heavy-metals/
  3. via. http://instituteforalcoholicexperimentation.blogspot.de/2012/01/drinking-you-under-periodic-table.html

Franz Kafka

Kurzmitteilung

„Ich glaube, man sollte überhaupt nur noch solche Bücher lesen, die einen beißen und stechen. Wenn das Buch, das wir lesen, uns nicht mit einem Faustschlag auf den Schädel weckt, wozu lesen wir dann das Buch?“

– Franz Kafka

Er hätte sicher noch einiges mehr zu sagen gehabt, wäre er nicht so früh an Tuberkulose gestorben. Aber heute soll nicht seinem Tode, sondern seiner Geburt am 3. Juli 1883 gedacht werden.

Wird einem sein Werk leider viel zu oft in der Schule ob seiner Komplexität vergellt, so lohnt sich doch immer ein zweiter Blick.

„Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt.“1

Franz Kafka um 1906

  1. Franz Kafka – Die Verwandlung

Amphi Festival 2012 – update mit Ablaufplan

Die Karte an der Abendkasse sowie ein Hotelzimmer in direkter Nähe zum Tanzbrunnen sind reserviert, am 21.07.2012 gehts somit ab nach Köln zum Amphi Festival. Letztes Jahr war es ja auch schon schön. Abgesehen von einem sehr empfindlichen Bauch, der mir wohl aufkommendes Unheil melden wollte. Ich werde dann auch wieder live twittern1, photographieren und dann eine Zusammenfassung schreiben. Zum Glück darf man beim Amphi auch mit einer ordentlichen Kamera rumknipsen. Warum sich da andere Festivalveranstalter so pissig haben… wer weiß. Weiterlesen

Bunte Republik Neustadt 2012

Dresden, Neustadt. Einmal im Jahr wird es bunt, laut und vor allem voll. Die BRN ist inzwischen ein Magnet für eine Vielzahl von Menschen geworden. Bei weitem nicht nur Punks und Hippies sondern vor allem partylaunige junge und junggebliebene Menschen bevölkern jeden Quadratmeter zwischen Albertplatz und Alaunpark. Konzerte, „Workshops“ und DJs an allen Bühnen, Ecken und Balkons. Es gibt Paderborner Pilsner aus der Dose, das für ’nen Euro am Straßenrand verkauft wird. Eine gute Gelegenheit um mit alten und neuen Freunden auf das (noch) schöne Wetter anzustoßen.

Ich bin zwar eigentlich nicht zum Konzertphotos machen auf die BRN gegangen, aber da ich den schweren Eumel von Knippse ja nun dabei hatte, habe ich von der Görlitzer Ska-Truppe Yellow Cap ein paar Bilder gemacht. Das war auch echt vergnüglich und leutete leider schon das relativ zeitige Ende des Samstages ein denn kurz nach Ende des Konzertes begann es zu regnen als ob es kein Morgen geben soll. Als ich dann die ersten Wassertropfen unter dem Displayschutz meiner Kamera rumblubbern sah, beschloss ich den Heimweg anzutreten. Es war zwar ein kurzer Besuch, dafür aber ein recht schöner.

21. Wave-Gotik-Treffen | Der Rest

Ach da habe ich natürlich mal wieder zuviel im Vorfeld rumgeblökt und es dann doch nicht geschafft. Mea culpa maxima! Aber solange die Erinnerungen noch da sind, möchte ich zumindest resumieren was am Samstag, Sonntag und Montag des 21. WGT noch so geschah. Ich hoffe ich bekomme noch alles zusammen, denn ein Begleiter war so ziemlich immer dabei, nämlich der böse Geist aus der Flasche in seinen zahlreichen Erscheinungsformen. Aber erstmal Eines nach dem Anderen.

Tag 2 – Samstag, 26. Mai 2012

Der Tag begann ruhig und gediegen irgendwann gegen 8:30 mit Frühstück auf dem Zimmer. Um das mal vorwegzunehmen, wir haben meistens im Zimmer gegessen weil das unterm Strich bedeutend billiger ist, als sich irgendwo für viel Geld irgendwas fettiges und wenig nahrhaftes zu holen. Das erste, was ich an diesem Tag tun wollte, war in der Sixtina traditionell meinen Lieblingsabsinth einzunehmen. Libertine 72 heißt das edle Gesöff, welches ich mir dann so um die Mittagszeit gemütlich über den Gaumen goss – quasi als kleine Vorbereitung auf das Konzert, auf welches ich mich schon seit der Ankündigung freute, nämlich Lambda, dem Sideproject des Adversus Kontrabassisten Carsten Hundt. Eine Symbiose aus Kontrabass, elektronischen Variationen und, was neu im Vergleich zum Album „Weites Land“ war, einer sehr schönen Frauenstimme (Mareike Greb). Eine echte Empfehlung für Fans elegischer aber anspruchsvoller Musik. Der Soundcheck hat allerdings ewig gedauert da eine ziemlich penetrante Brummschleife sonst den Eindruck des Konzertes absolut versaut hätte. Wobei das die vielen gackernden Gruftis im Innenhof der Sixtina beinahe auch geschafft hätten. Aber sei’s drum, es war sehr schön und mit einer Flasche Odin Trunk, erträgt man auch das.

Der Nachmittag stand dann im Zeichen der Verkaufsstände in der Agra Messe. Die Kommerzialisierung wird zwar von allen angeprangert, gekauft wird trotzdem fleißig. Ich habe es allerdings bei einem kleinen, unbedeutenden Accessoir belassen. Um dann noch ein bißchen Musikprogramm mitzumachen, ging es gleich nach Öffnung der Konzerthalle in der Agra zu Grendel. Knackiger Aggrotech (laut Tante Wiki), solide, gut tanzbar. Fand ich schon das letzte mal gut, als sie das Pech hatten bei hellerlichtem Tag den noch verkaterten Schwärzlingen einzuheizen.

Danach war wieder das Heidnische Dorf Anlaufstelle. Zunächst nur um die Kehlen zu befeuchten, gegen 22 Uhr dann aber wegen eines Konzerthighlightes. Qntal habe ich bisher nur einmal gesehen, es muß etwa 2002 gewesen, und danach nie wieder, da man einfach nicht mehr in die Veranstaltungsorte reinkam. Umso schöner war es dann mein Lieblingslied Sumer (welches in Deinem Land mal wieder nicht verfügbar ist*), live in der Atmosphäre des „Mittelalters“ zu genießen. Die Stunde verging dann leider auch ziemlich schnell, die Lust aufs zappeln gehen eher nicht so.

In der kleineren Halle Agra 4.2 legten die DJs Sculscraper und Chris einen etwas seltsamen Mix aus Industrial, Noise und ähm Benni Benassi auf. Es hat auf jeden Fall gereicht um sich eine Blase am großen Zeh zu tanzen. Gegen 2:00 konnte ich dann meinen Fuß und mich selbst aufs Bett krachen um gemütlich bis zum Sonntagsprogramm zu grunzen. Weiterlesen