Review zum VIII Amphi Festival

Erfurt, 21.07.2012 5:15 UTC+1: Mein Handy blinkt und teilt mir mit dass mein einziger Mitfahrer es arbeitsbedingt leider nicht schafft, um 7 bereit zur Abfahrt nach Köln zu sein. Schade, die paar Kröten hätte ich gut gebrauchen können, vor allem weil rein zufällig der Spritpreis mal wieder auf 1,68€/l pünktlich zum Ferienstart in Thüringen angestiegen ist. Aber was will man machen. Das Leben ist nunmal kein Ponyhof. Also hieß es alleine auf die Autobahn. Dann doch etwas später als geplant, aber so ist das ja irgendwie fast immer. Die 368km nach Köln waren staulos (sowas soll’s geben!) in etwas mehr als 3,5h abgefahren und das Zimmer im Palazzo Prozzi (ibis budget) schnell bezogen. Ich muß sagen, dafür dass es die Anmutung einer Schiffskajüte im 10. Unterdeck hatte, war es echt gemütlich. Aber eigentlich war ich ja nicht wegen der bombastischen Unterkunft sondern wegen des Amphi Festivals da.

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Amphi Festival 2012 – update mit Ablaufplan

Die Karte an der Abendkasse sowie ein Hotelzimmer in direkter Nähe zum Tanzbrunnen sind reserviert, am 21.07.2012 gehts somit ab nach Köln zum Amphi Festival. Letztes Jahr war es ja auch schon schön. Abgesehen von einem sehr empfindlichen Bauch, der mir wohl aufkommendes Unheil melden wollte. Ich werde dann auch wieder live twittern1, photographieren und dann eine Zusammenfassung schreiben. Zum Glück darf man beim Amphi auch mit einer ordentlichen Kamera rumknipsen. Warum sich da andere Festivalveranstalter so pissig haben… wer weiß. Weiterlesen

21. Wave-Gotik-Treffen | Der Rest

Ach da habe ich natürlich mal wieder zuviel im Vorfeld rumgeblökt und es dann doch nicht geschafft. Mea culpa maxima! Aber solange die Erinnerungen noch da sind, möchte ich zumindest resumieren was am Samstag, Sonntag und Montag des 21. WGT noch so geschah. Ich hoffe ich bekomme noch alles zusammen, denn ein Begleiter war so ziemlich immer dabei, nämlich der böse Geist aus der Flasche in seinen zahlreichen Erscheinungsformen. Aber erstmal Eines nach dem Anderen.

Tag 2 – Samstag, 26. Mai 2012

Der Tag begann ruhig und gediegen irgendwann gegen 8:30 mit Frühstück auf dem Zimmer. Um das mal vorwegzunehmen, wir haben meistens im Zimmer gegessen weil das unterm Strich bedeutend billiger ist, als sich irgendwo für viel Geld irgendwas fettiges und wenig nahrhaftes zu holen. Das erste, was ich an diesem Tag tun wollte, war in der Sixtina traditionell meinen Lieblingsabsinth einzunehmen. Libertine 72 heißt das edle Gesöff, welches ich mir dann so um die Mittagszeit gemütlich über den Gaumen goss – quasi als kleine Vorbereitung auf das Konzert, auf welches ich mich schon seit der Ankündigung freute, nämlich Lambda, dem Sideproject des Adversus Kontrabassisten Carsten Hundt. Eine Symbiose aus Kontrabass, elektronischen Variationen und, was neu im Vergleich zum Album „Weites Land“ war, einer sehr schönen Frauenstimme (Mareike Greb). Eine echte Empfehlung für Fans elegischer aber anspruchsvoller Musik. Der Soundcheck hat allerdings ewig gedauert da eine ziemlich penetrante Brummschleife sonst den Eindruck des Konzertes absolut versaut hätte. Wobei das die vielen gackernden Gruftis im Innenhof der Sixtina beinahe auch geschafft hätten. Aber sei’s drum, es war sehr schön und mit einer Flasche Odin Trunk, erträgt man auch das.

Der Nachmittag stand dann im Zeichen der Verkaufsstände in der Agra Messe. Die Kommerzialisierung wird zwar von allen angeprangert, gekauft wird trotzdem fleißig. Ich habe es allerdings bei einem kleinen, unbedeutenden Accessoir belassen. Um dann noch ein bißchen Musikprogramm mitzumachen, ging es gleich nach Öffnung der Konzerthalle in der Agra zu Grendel. Knackiger Aggrotech (laut Tante Wiki), solide, gut tanzbar. Fand ich schon das letzte mal gut, als sie das Pech hatten bei hellerlichtem Tag den noch verkaterten Schwärzlingen einzuheizen.

Danach war wieder das Heidnische Dorf Anlaufstelle. Zunächst nur um die Kehlen zu befeuchten, gegen 22 Uhr dann aber wegen eines Konzerthighlightes. Qntal habe ich bisher nur einmal gesehen, es muß etwa 2002 gewesen, und danach nie wieder, da man einfach nicht mehr in die Veranstaltungsorte reinkam. Umso schöner war es dann mein Lieblingslied Sumer (welches in Deinem Land mal wieder nicht verfügbar ist*), live in der Atmosphäre des „Mittelalters“ zu genießen. Die Stunde verging dann leider auch ziemlich schnell, die Lust aufs zappeln gehen eher nicht so.

In der kleineren Halle Agra 4.2 legten die DJs Sculscraper und Chris einen etwas seltsamen Mix aus Industrial, Noise und ähm Benni Benassi auf. Es hat auf jeden Fall gereicht um sich eine Blase am großen Zeh zu tanzen. Gegen 2:00 konnte ich dann meinen Fuß und mich selbst aufs Bett krachen um gemütlich bis zum Sonntagsprogramm zu grunzen. Weiterlesen

21. Wave-Gotik-Treffen | Tag 1 – Viktorianisches Picnik

Der erste Tag, ich nenne ihn Anreise- und Social-Happening-Tag, ist nun vorbei. Die Sonne lacht und der Schädel brummt ein bißchen. Freitag früh kurz nach 9 ging es los, das Leichentaxi bepackt und die Begleitung eingesammelt. Nach einem Zwischenstop in der Kaufhalle um noch das eine oder andere Getränk einzukaufen, ging es ohne größere Zwischenfälle auf nach Leipzig, der Heimat des Wave-Gotik-Treffens. Ziemlich genau zum Mittag war dann auch die Pension bezogen (ich hoffe der alte Mann hier macht das noch ein Weilchen). Ausgepackt und die ersten Bierchen gezündet, machten wir uns dann auf zum Hauptbahnhof um dort unsere Tickets gegen das obligatorische Bändchen einzutauschen. Das klappte nach ein paar Irrläufen durch den Bahnhof auch ganz gut. Letztes Jahr war die Ausgabe nämlich an der Ostseite, wohingegen man dieses mal am Zugang zur Innenstadt das Häusl aufgestellt hat. Das Fehlen einer Warteschlange machte den reibungslosen Ablauf komplett. So kanns auch mal gehen.

Ein aufkommendes Hungergefühl ließ die Frage aufkommen, was man denn nun essen möchte. Die traditionellen Fast Food Dealer standen zur Debatte und so entschieden wir uns kurzer Hand für Soup & Nem. Eingestellt auf Glutamat, war die Überraschung groß, als ein wirklich lecker aussehendes und prima schmeckendes Irgendwas serviert wurde. Top! Klare Empfehlung.

Das Programm wurde dann fortgesetzt mit einem Abstecher in den Zetkin-Park. Ich Trottel hab aus irgendeinem Grund meine große Kamera nicht mitgenommen. Nunja. Zum Glück hat die liebe Begleiterin ihre Knippse dabei gehabt und fleißig all die schönen Gestalten beim Viktorianischen Picnik photographiert.

Wie gesagt, leider nur mit einer kleinen Knippse, aus dem Handgelenk geschüttelt und mit mäßiger Belichtung. Aber sei’s drum – der Eindruck zählt! PS: Hab da mal noch ein bißchen Lightroomvoodoo drüber gejagt.

Danach ging es mit einem Zwischenstopp in de Pension aufs Heidnische Dorf, wo wir dann auch komplett bei Met und Honigbier versackt sind. Ende.

Das Heidnische Dorf hat so einige in die Knie gezwungen. Die Security hat den einen oder anderen Trunkenbold tragenderweise hinausgeleitet.

21. Wave-Gotik-Treffen | Der Plan

Wgt-kompass

Es ist mal wieder soweit, der schwarze Zirkus hält Einzug in Leipzig. Bis auf ein ausgefallenes Jahr bin ich nun seit 2001 jedes mal dabei gewesen wenn der Teufel in der Agra Messehalle, im Werk II und einer inzwischen riesigen Anzahl weiterer Veranstaltungsorte los ist. Da sich einige Umstände geändert haben, begann ich erst vor einer Woche mit den Planungen. Aber als routinierter WGT-Gänger ist da auch nicht mehr so viel Vorarbeit zu leisten. Die Pension ist ja schon seit dem letzten Pfingsten reserviert und die Karte hole ich eh immer auf den letzten Drücker – dank der Freiberger Touristinfo auch kein Problem.

Es wird ja im Vorfeld immer viel gejammert über die Organisation des WGT.

„Oaaar schon wieder teurer geworden“

81€ sind nicht wenig aber verglichen mit Rock am Ring und gemessen am Aufwand ein Festival in der ganzen Stadt Leipzig verteilt zu organisieren – also bitte.

„Die Bands sind so kacke!“

Es sind nicht jedes Jahr die gleichen Headliner da. Gut so. Ich mußte am Anfang auch ein bißchen suchen bis ich eine Hand voll Bands gefunden hab die ich sowohl kannte als auch mochte. Aber man kann sich ja auch mal auf Neues einlassen. Nicht wahr?

„Das Wetter ist zum kotzen!“

Dagegen kann ich leider auch kein entkräftendes Argument bringen. Das ist es nämlich meistens. Entweder verläuft einem die Schminke weil 35°C im Schatten sind oder weil es Bindfäden regnet. Aber was wären wir Deutschen wenns nix zu meckern gäbe. Und sei es nur das Wetter.

Dies nur am Rande um ein paar Klischees zu rezitieren.

Wie jedes Jahr werde ich ohnehin nicht alles schaffen was ich mir vorgenommen habe – nichtmal ansatzweise – aber einen Plan habe ich zumindest schonmal und der sieht im Groben wie folgt aus: (copy & paste von hier)

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Moriarty in concert

Morgen spielen Moriarty in Dresden. Da solltest du hingehen

Wer mich kennt, weiß dass Spontanität bis vor einiger Zeit nicht gerade zu meinen hervorstechendsten Eigenschaften zählte. Nachdem mich die obige Empfehlung erreichte, brauchte es allerdings nur einen Clip bei Youtube um mich davon zu überzeugen dass es sich lohnen könnte. So machte ich mich gestern abend einfach so auf die Socken nach Dresden, ohne zu wissen ob es noch Karten gibt, um an einem Sonntag Abend im Kino „Schauburg“ eine Band zu sehen, von der ich einen Tag zuvor das erste mal etwas gehört habe. Und was soll ich sagen, das war die richtige Entscheidung.

Es muß nicht immer rhythmischer Lärm sein

Wikipedia beschreibt den Stil dieser multikulturellen Formation als Cabaret Folk deren Einflüsse traditionelle irische Musik, Country und Blues sind. Da ich mich in letzter Zeit hauptsächlich mit elektronischen Klängen beschallt habe, war das stilistisch schon ein Sprung ins kalte Wasser. Naja, eigentlich auch nicht, denn Bands wie Katzenjammer oder Voltaire mit ihrem liebevoll handgemachten Folksound, haben mir auch schon vorher sehr gut gefallen. Und geschmacklicher Stillstand steht mir irgendwie nicht.

Moriarty kommen eigentlich so ziemlich von überall her, haben aber in Frankreich zueinander gefunden. Sie tauschen ihre unzähligen Instrumente während der Auftritte genauso munter und unbeschwert wie es die Sängerin Rosemary Standley alias Rosemary Moriarty mit ihrer Identität tut. Dazwischen gibt es immer wieder nett kleine Scherze und Showeinlagen die selbst Elvis neidisch gemacht hätten. Das ganze in der ohnehin schon cabaretesken Atmosphäre des Sergio Leone Saals in der Schauburg – es war phantastsich. Mal gedämpft, fast komplett unplugged, kurz darauf wieder zünftig in die Saiten gehauen. Am meisten fasziniert mich aber die ungewöhnliche Stimme der Sängerin mit ihrem sehr warmen Timbre. Wenn es nicht so viel spaß gemacht hätte den fünf auf der Bühne zuzuschauen, hätte man auch gut und gerne die Augen schließen und sich für 2h treiben lassen können.

Ach Schreck, jetzt habe ich ja beinahe vergessen den Support zu erwähnen. Der wurde gestellt von Emit Bloch, ein kauziger Hillbilly aus Utah, der melancholisch-komischen Blues kredenzte, der für einige Lacher sorgte. Schonmal „This is the new shit“ von Marilyn Manson in einer Countryvariante gehört? Nein? Schade. Das werde ich sicher nie vergessen.

Zu guter Letzt konnte ich auch nicht ohne etwas bleibendes zurück nach Freiberg fahren und so mußte ich mich bei der Auswahl budgetbedingt auf das Debutalbum von Moriarty, das auf den unausprechlichen Namen „Gee Whiz But This Is A Lonesome Town“ hört, und eine niedliche 7″ Single von „Isabelle“, welche vom neuen Album „The Missing Room“ ausgekoppelt ist. Auf diese bekam ich dann auch noch je ein Autogram von Zim & Arthur Moriarty. Danke!

Ich hab auch einen kleinen Mitschnitt vom Depeche Mode Cover „Enjoy the Silence“ gemacht. Die Qualität ist nicht dolle und ich mußte die Tonspur ein bissel befriemeln. Aber es war unglaublich lustig.

Pssst, ich hab auch eine Amazonwunschliste – da hab ich „The Missing Room“ mal hinzugefügt 🙂

VII. Amphi Festival 2011

Das diesjährige Amphifestival am Tanzbrunnen in Köln war für mich sowohl ein erstes mal in Köln als auch mein Debut was das Amphi Festival angeht. Obwohl ich schon Freitag früh mit irgendeinem undefinierbaren Unwohlsein im Bauche nach Heidelberg aufbrach, freute ich mich darauf meine Freundin wieder zu sehen um am Samstag in aller frühe in die Jugendherberge neben dem Kölner Bahnhof, und somit auch dem Dom, aufzubrechen. Punkt 10.00 Uhr trafen wir zusammen mit unserer Festivalbegleitung am Ziel ein. Zusammen mit meiner lieben Schulfreundin und Bloggerin sowie ihrem Freund teilten wir uns ein Zimmer im Pathpoint Hostel, welches im Übrigen für eine Jugendherberge wirklich gut in Schuss war. Aber das Zimmer war ja nur eine Notwendigkeit wenn man zwei Tage Konzerte vor sich hat. Der Tanzbrunnen war über die Eisenbahnbrücke zu Fuß in etwa 20 Minuten zu erlaufen und so machten wir uns am frühen Nachmittag auf um unseren Konzertplan abzuarbeiten. Der Samstag war dahingehend recht gediegen. Den Anfang machten mind.in.a.box, die ich schon lange mal live sehen wollte. Interessant war es allemal denn das Pitching von Stefan Poiss‘ Stimme klingt nicht nur auf Konserve cool. Allerdings muß ich die Tontechniker rügen. Es war ziemlich mies ausgesteuert und die ständigen Rückkopplungen waren eine Herausforderung fürs Trommelfell, um es mal vorsichtig auszudrücken. Die 40 Minuten waren auch schnell herum und im Theater warteten zunächst Rome und dann Persephone auf Beifall (letztere sogar buchstäblich *lol*). Nicht zu unrecht denn die angenehme Atmosphäre des bestuhlten Saales und die tollen Darbietungen gefielen mir sehr. Rome kannte ich bis dato nur namentlich, bin aber sehr positiv überrascht von dieser Dark-Folk Formation. Ich persönlich war aber eher wegen Persephone da. Nachdem ich es bis dato nie geschafft oder sie verpasst habe, klappte es nun endlich das Sideproject von Sonja Kraushofer (L’âme immortelle) endlich mal live und in farbe zusammen mit Piaon, Percussion und 3 Streichern zu erleben. Allerdings erst nach dem ersten Applaus. Ohne dem ging es nicht los. Was dann folgte war dem aber schon würdig. Die nicht mehr ganz so gertenschlanke Sonja hat offenbar sehr viel Herzblut in dieses Projekt gesteckt und mit viel Theatralik ihre meist sehr melancholischen Stücke mit Motiven aus verschiedenen – vorrangig aber der griechischen – Mythologien präsentiert.

Nachdem die letzte Zugabe gespielt und der Saal geleert wurde, hatten wir viel Zeit bis zum Abendprogramm. Die konnten wir mit einer vollkommen überteuerten Mahlzeit und ein bißchen Ausruhen überbrücken. Leider hat beides nicht ausgereicht um sich auf Suicide Commando und Hocicovorzubereiten denn die unerträglich stickige Luft im Staatenhaus und allgemeine Ermüdung rieten uns den Heimweg anzutreten. Das war für den Himmel wohl so traurig dass er die Schleusen für den gesamten Heimweg öffnete. Nun gibt es aber erstmal ein paar Photos vom Samstag.

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