Filmpreview: „Sugar Pow’d’er looks like cocaine“

Sugar Powder looks like Cocaine Selbst wer mich nur rudimentär kennt, weiß dass ich ein Filmjunky bin. Was liegt da näher als der Wunsch selbst an einem mitzuwirken. Also habe ich auch nicht lange gezögert, als mein ehemaliger Wohnheimkollege mich mit der Anfrage konfrontierte bei einem Film für das universitätseigene Kurzfilmfestival, die Otto Awards, mitzuwirken. Auch wenn das ganze Projekt nicht gerade von überbordender Professionalität gesprüht hat, hat es einen riesigen Spaß gemacht. Von der Skripterstellung bis zum Dreh. Natürlich wurde das ganze von einer Menge Bier begleitet und ist im Prinzip eine kleine Homage an immergrüne Filmklassiker. Aber genug geredet, ich will ja Werbung machen, denn der Film wird am 8. July im Rahmen der Otto Awards in der „Alten Mensa“ in Freiberg gezeigt.

Vielleicht wirds den Streifen dann später mal Youtube geben. Wer sich für ambitionierte, aber noch nicht ganz perfekte, Kurzfilme interessiert und im Raum Sachsen wohnt, sollte sich an diesem Mittwoch Zeit nehmen.

Ich (und meine Freundin) spielen übrigens Profikiller für die Mafia. Trotzdem ein harmloser und amüsanter Streifen. Nicht mehr lange und wir spielen in einem Scorsese Film mit 🙂

Filmreview: „So finster die Nacht“

Manche Filme werden wohl wegen mangelnder Kompatibilität zu den Massen nie im Kino gezeigt. Andererseits gibt es Streifen auf die man getrost verzichten kann – und davon mehr als genug. Ich mache das jetzt mal am Beispiel „Twilight“ fest. Ein blutleerer Vampirfilm der nichtmal stilistisch punkten kann. Aber er hatte Erfolg. Dabei bieten Vampire doch mehr als genug Inspiration um Meisterwerke wie „Nosferatu“ oder „Interview mit einem Vampir“ zu kreieren. Eine Quintessenz dabei ist aber auf jeden Fall auffällig: Verzicht auf seichte Klischees.

Vor kurzem stolperte ich in einer Randnotiz in der TV-Zeitschrift (!) über den Film „So finster die Nacht“ welcher mir ob seines Szenenphotos (siehe Bild rechts) in die Augen fiehl. So finster die Nacht Die Pressestimmen versprachen einen sehr alternativen Vampirfilm der vor allem durch leise Töne, kunstvolle Bilder und wenige Schockeffekte überzeugen sollte. Damit wäre der Rahmen auch gut abgesteckt.

Es geht um ein 12 jährigen Jungen irgendwo in einem schwedischen Kaff an dem der wirtschaftliche Aufschwung wohl vorbeigegangen sein muß. Der wasserstoffblonde Oskar ist ruhig, fast verschlossen und wird von einigen Mitschüler grundlos drangsaliert. Hinzu kommt sein morbides Interesse an Gewaltverbrechen. Als eines Nachts ein Mädchen in seinem Alter in der Nachbarwohnung einzieht, verändert sich sein Leben. In der Nachbarschaft häufen sich Todesfälle währende sich Oskar mit der blassen Eli mehr und mehr anfreundet. Ein zarter Hauch erster Liebe, Adoleszenz aber auch Blut in einer Welt die nicht nur vom Winter kalt ist…

Das Urteil „langweilig“ wird wohl dem Gelegenheitsfilmgucker schnell über die Lippen gehen, Fans von kunstvollen Filmcollagen wird dieser Film aber zusagen. Vor allem seit es Usus ist Filme so zu schneiden dass man davon Epilepsie bekommt, bin ich froh dass es eben auch noch Beispiele für die Wirksamkeit des Langsamen und der sensiblen Töne gibt. Der Horror geht dabei relativ subtil von statten. Es muß nicht immer Folterporno sein um die Nerven zu zwirbeln. Versetzt man sich in die Atmosphäre die dieser Film versprüht, wirkt das Geräusch von Blut dass aus einem geschächteten Menschen in einen Plasteeimer plätschert viel heftiger als eine Nahaufnahme der Schnittwunde. Mir persönlich hat er gefallen. Nicht zuletzt wegen des kleinen Mädchens, dass mich manchmal sehr an die finstere „Alma“ aus dem Gruselshooter „F.E.A.R“ erinnert.

4,5/5 Punkten

Filmplakat

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Filmreview: Greenfingers

Nachdem ich nun schon eine ganze Reihe Filme mit Clive Owen gesehen und für gut befunden habe, muß ich mich langsam als Fan outen. Seine Auftritte in Sin City und meinem Action-Favoriten aus dem letzten Jahr, Shoot ‚em Up, haben gezeigt dass harte Kerle nicht nur in der Lage sein sollen ihre Widersacher auf stilvolle Art aus dem Leben zubefördern, sondern auch Profil haben können.
Bevor sich Clive Owen einen Namen als mürrische Killerkoryphäe gemacht hat, ist im Jahr 2000 mit ihm in der Hauptrolle eine kleine Perle im, ich nenne es mal „feel-good-movie“ Genre, entstanden.
(Für jene die meinen primären Filmgeschmack nicht kennen, sei an dieser Stelle erwähnt, dass ich eigentlich eher auf bittere Filme stehe, deren Enden so apokalyptisch wie möglich sein können.)

Greenfingers

Greenfingers

In Greenfingers geht es um eine kleine Gruppe von (eigentlich Schwer-)Knackis die ausgewählt wurden in einem moderaten Vollzug ihre Strafe mit sinnvollen Aufgaben in einem Gefängnis ohne Mauern zu verbringen.
Der schweigsame Colin Briggs (Clive Owen) hat eigentlich keine Erwartungen an das Leben, vor allem aber nicht an eine mögliche Zeit nach dem Gefängnis. Und so kommt es dass ihm der alte Zellengenosse, Fergus Wilks (David Kelly), zu dem er einquartiert wurde, dazu bringt statt Knasttoiletten zu schrubben, lieber gärtnern soll. Was sich vor allem unter den Augen des botanophilen Gefängnisdirektors als überaus gute Idee herausstellt. Zusammen mit dem alten Fergus Wilks, dem Klischeeknacki Raw (Adam Fogerty) und ein paar weiteren Insassen, legt Briggs einen Garten im Gefängnis an, der schnell, nicht nur bei der Gartenbau-Göttin Georgina Woodhouse (große Klasse: Helen Mirren), großes Interesse erweckt. Schlußendlich werden sie sogar zur renomierten britishen Hampton Court Show eingeladen…

Fazit: Neben der, nicht wirklich neuen, Geschichte um eine von der Gesellschaft ausgegrenzten Truppe die mit grünem Daumen die Herzen der Menschen gewinnen, gibt es natürlich auch eine kleine, dezente Lovestory. Klingt nach seichter Kost für den Fernsehabend mit der Familie. Und das ist es auch. Aber sie ist gut. So gut, dass sie mich dazu bewogen hat eine Empfehlung auszusprechen. Von der allgemeinen Kritik eher als „mittelmäßig“ abgetan, ist Greenfingers einer der Filme für mich, die trotz ihres geringen Anspruches mein Interesse und deren Charaktere meine Sympathie gewonnen haben. Abgesehen davon, freue ich mich jetzt auch wieder auf den Frühling und seine Blumenpracht.

Filmkritik: Max Payne

Ich muß gestehen, ich habe mich auf diesen Film gefreut wie auf Weihnachten. Deshalb bin ich jetzt, so kurz nachdem ich den Film gesehen hab, wohl etwas subjektiv.

Zunächst mal muß ich in eigener Sache noch den Rechteinhabern danken dass sie die Lizenz NICHT!!! an meinen liebsten Feind Herrn Dr. Uwe Boll vergeben haben.

Der Third-Person Shooter Max Payne sowie dessen Sequel sind Meilensteine der Videospielgeschichte. Selbst aus heutiger Sicht grafisch sehr ansprechend und mit der Einführung von „Bullet-Time“ Effekten auch noch sehr innovativ. Damit war es möglich mit temporär „verlangsamter“ Zeit Kugeln auszuweichen, wie man es aus dem Film „Matrix“ kennt. Das allein war für viele schon ein Kaufgrund, aber die Entwickler haben es tatsächlich nebenbei noch geschafft sich um Gameplay und vor allem Story zu kümmern. Derartige Racheopern gabs so noch nicht auf den gängigen Spieleplattformen. Ich habe Max Payne 1 und 2 regelrecht gefressen und man könnte sagen ich bete um einen Dritten.
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Filmreview: I’m Cyborg, but that’s ok

Nun muß ich doch mal meine Lernerei unterbrechen und was anderes tun. Eine Filmrezension die ich schon lange vor mir herschiebe ist da genau das Richtige. Dieses mal möchte ich dem geneigten Leser und potentiellen Cineasten eine koreanische Köstlichkeit kredenzen:

I’m a Cyborg, but that’s okay heißt der Streifen von Park Chan-wook, der sich bisher mit Racheorgien wie Oldboy und Lady Vengeance hervorgetan hat. In einer Kritik bei Amazon schrieb ein Rezensent man solle I’m a Cyborg, but that’s okay nicht mit seinen vorherigen Filmen, besser mit gar keinem anderen Film vergleichen. Ich greife dieses Motiv an dieser Stelle auf, denn es stimmt. Eine echte abgeschlossene Story gibt es nicht und auch die Machart ist etwas bisher gänzlich ungesehenes.

Es geht um die junge Young-goon ( gespielt von der bezaubernden Im Su-jeong) welche nach einem Trauma (welches mit ihrer Großmutter, einem Gebiss und jeder Menge Rettich zu tun hat) in einer Psychatrie landet weil sie glaubt ein Cyborg zu sein der keine Nahrung, nur Elektrizität braucht und mit anderen Geräten sprechen kann. In der Anstalt lernt sie den als asozial geltenden Park Il-sun kennen der sich gerne maskiert und glaubt als Meisterdieb den anderen Insassen ihre Charakterzüge stehlen zu können. So unterschiedlich die beiden auch sind, sie begreifen schnell dass sie einander brauchen um in einer Welt bestehen zu können, welche die beiden nicht verstehen kann.

Nun kommt die große Frage, was das eigentlich für ein Film ist. Eine Komödie? Eine Romanze? Ein Drama? Ein Märchen? Irgendwie von allem ein bißchen aber doch irgendwie ganz eigen. Ich habe ja sowieso eine kleine Schwäche für die zierlichen asiatischen Schönheiten, aber die Charakter sind auch so allerliebst und detailliert ausgearbeitet. Außerdem wird man mit einer tollen Filmmusik, wunderbaren Bildern und der wohl schönsten Kussszene der Filmgeschichte belohnt.

Fazit: Dieser Film ist so skuril wie anrührend schön und für mich jetzt schon ein weiterer Lieblingsfilm aus der wachsenden Südkoreanischen Filmwelt. Nach Seom – Die Insel und I’m a Cyborg… hat die Traumfabrik Hollywood für mich noch weiter an Reiz verloren als sie es mit ihren zig Millionen teuren aber sinnfreien Blockbustern ohnehin schon hat.

Grindhouse: Death Proof / Planet Terror

Hallo liebe Liebenden, es ist mal wieder so weit. Ich rezensiere einen Film. Nein, eigentlich sind es zwei denn ursprünglich war Quentin Tarantinos Death Proof und Robert Rodriguez‘ Planet Terror als B-Movie Doublefeature konzipiert. Dieses Format, ugs. Grindhouse ist über die Grenzen der USA kaum bekannt, geschweige denn üblich aber ich halte mich bei meinen Ausführungen an die ursprüngliche Idee.

Kommen wir zum Geschehen:

death_proof

Originaltitel: Death Proof, USA 2007
Regie: Quentin Tarantino
Darsteller: Kurt Russell, Sydney Tamiia Poitier, Vanessa Ferlito, Jordan Ladd, Tracie Thoms, Rosario Dawson, Zoe Bell, Mary Elizabeth Winstead, Rose McGowan, Eli Roth, Omar Doom, Michael Parks, Jonathan Loughran, Marley Shelton
Länge: 114 Min.
FSK: ab 16

Inhalt: 3 Mädels wollen sich in den Kneipen von Texas einen schönen Abend machen und treffen dabei auf den kauzigen Stuntman Mike. Dessen Höflichkeit läßt im ersten Moment nicht erahnen dass er ein sadistischer Frauenhasser ist und es mit seinem „todsicher“ umgebauten Musclecar auf die hübschen Ladies abgesehen hat. Nachdem er sein Ziel erreicht und die Damen um die Ecke gebracht hat, läßt er sich über ein Jahr Zeit um sich ein paar neue Opfer auszusuchen. Allerdings viel Stuntman Mikes Wahl unglücklicherweise auf ein hartärschiges Trio dass den Spieß umdreht…

Rezension: Laut eigenen Aussagen hat Tarantino diesen Film nicht für die Masse gedreht, sondern für sich. Und das merkt man. Wer nur noch 120 minütige Actionblockbuster in digitaler high-end Optik gewöhnt ist, wird mit einem Film konfrontiert, dessen auffälligstes Merkmal wohl das völlige Fehlen von aktuellen visuellen Standards ist. Größtenteils hätte man den Streifen wohl auch mit einer Super8 Kamera filmen können denn die Qualität der Bilder erinnert an Pornofilme aus den 70er Jahren. Aber das lustige ist, das macht den Film so cool. Aber auch wer sich viel Action erhofft hat, wird sicherlich enttäuscht denn Death Proof ist Tarantinos persönliche Hommage an eine Filmära. Voll gespickt mit Zitaten und Anspielungen auf diverse Filmklassiker wie z.B. „Vanishing Point“. Ob einem das gefallen soll? Tja, Tarantino wars auf jeden Fall egal und schon deswegen mag ich diesen Film. Es wurde nie mit kommerziellem Erfolg gerechnet und stattdessen ein kleines B-Movie Kunstwerk geschaffen dass vor allem durch seine Tarantino-Typischen Dialoge punktet und von einem ebenfalls sehr tollen Soundtrack begleitet wird. Die Zahl derer die durch Death Proof zum neuen Tarantino-Fan wurden, hält sich sicherlich drastisch in Grenzen, aber wer die Nase voll von Hochglanz Filmchen hat, könnte durchaus gefallen am ersten Teil des Grindhouse Doublefeatures.

Als nächstes landen wir auf dem „Planet Terror“:

planet_terror

Originaltitel: Grindhouse – Planet Terror, USA 2007
Regie: Robert Rodriguez
Darsteller: Rose McGowan, Freddy Rodríguez, Josh Brolin, Marley Shelton, Jeff Fahey, Michael Biehn, Naveen Andrews, Stacy Ferguson, Nicky Katt, Hung Nguyen, Tom Savini, Carlos Gallardo
Länge: 105 Min.
FSK: ab 18

Inhalt: Der passt eigentlich auch in einen Glückskeks. Ein vom Militär gezüchteter Virus entweicht und macht infizierte zu Zombies. Zu den wenigen Überlebenden gehören eine Stripperin die bei einer Zombieattacke ein Bein verliert, ein undurchsichtiger Hartarsch, ein BBQ Koch und eine muntere Schar jeder Art von stereotypen Texas-Amerikaner. Bewaffnet und bestückt mit ungewöhnlichen Gefährten machen sie sich auf den Weg um das Problem bei den Eiern zu packen.

Rezension: Man merkt recht schnell dass auch Robert Rodriguez es nicht vor hatte einen ernsthaften Film zu drehen. Die Charaktere sind allesamt schrille Karikaturen und die Zombiemätzelorgien wurden mit geringstem Aufwand veranstaltet. Blut und Körperteile fliegen munter durch die Gegend und werden mit aberwitzigen Kommentaren begleitet. Man sollte allerdings auch ein Fan von Splatterfilmen sein wenn man sich diesen Streifen ansehen will, belohnt wird man aber mit jeder menge Skuriler Action und einer unglaublich hübschen Rose McGowan als Stripperin mit Maschinengewehrprotese. Serviert wird das ganze mit Eiern im Glas, einem Rocketjump und viel rotem Matsch. Ich fands geil.

Tja, was verbindet nun eigentlich die beiden Filme? Inhaltlich so gut wie gar nichts, aber Tarantino und Rodriguez hätten diese Filme nicht als Doublefeature konzipiert wenn sie nicht jede Menge versteckter kleiner Querverweise eingebaut hätten. Die erkennt man aber nur wenn man beide Filme aufmerks verfolgt hat.

Wie immer kann man beide Filme nur mögen oder hassen. Dazwischen wird es wohl kaum etwas geben. Mir persönlich haben beide sehr gut gefallen, was aber nicht zuletzt an meiner Vorliebe fürs skurrile und makabre liegt. Die Musik ist natürlich auch bei Planet Terror erstklassig. Immerhin hat Regisseur Rodriguez das selbst in die Hand genommen.

Eine Sache gilt es noch zu erwähnen. In den USA wurde das Grindhouse Doublefeature noch mit einer Reihe von Faketrailern zu nicht existenten Exploitationfilmen gezeigt. Diese Trailer wurden von nicht weniger skurrilen Gestalten wie Rob Zombie oder Eli Roth gedreht.

Die Trailer sind:

Eli Roth’s Thanksgiving
Robert Rodriguez‘ Machete (der eventuell doch verfilmt wird)
Rob Zombie’s Werewolf Women of the SS (wohl die abgefahrenste Story und als kleines Gimmick mit einem Kurzauftritt von Nicolas Cage!)
Edgar Wright’s Don’t

300

300

Manchmal frage ich mich, was in einem Gehirn wie dem von Frank Miller vorgeht. Schon in seiner Comic Reihe „Sin City“, deren geniale Verfilmung ein kleines Stückchen Filmgeschichte geschrieben hat, zeigt Frank Miller ganz deutlich was er vom Leben hält. Seine Figuren sind brutale Hartärsche die ihr Ding in einer trostlosen Welt durchziehen und dabei nicht gerade tanzend mit Blumen um sich werfen. Auf jeden Fall lieferte diese Welt den Stoff und nicht zuletzt den Stil für eine neue Art von Film.
Eigentlich war zu erwarten dass da noch mehr drauszumachen ist, und so wurde eine Adaption des Miller Comics „300“ gedreht. Worum es geht ist schnell gesagt:

490 vor unserer Zeitrechnung wird das Antike Griechenland von den Armeen Persiens bedroht. Insbesondere Leonidas, dem König Spartas passt das überhaupt nicht, denn das stolze Kriegervölkchen ist nicht sehr erpicht darauf in Sklaverei zu leben. Und so macht er sich gegen die Prophenzeihung des Orakels mit 300 seiner besten Krieger auf, um die Übermacht der Armeen von Xerxes, dem Persischen König und selbstproklamierten Gott in den Allerwertesten zu treten.

Der Plot klingt zwar sehr nach Sandalenfilm, aber 300 ist ein brutaler Actionknaller im pseudoantiken Gewand. Von griechischer Kultur bekommt man bis auf ein paar Säulen und den Kostümen so gut wie gar nichts mit. Den einzigen Eindruck den man durch den Film von dieser Zeit bekommt, ist dass Griechenland von einer riesigen Horde Mutanten, angeführt von einem sadomasochistischen Piercingfreak, bedroht wurde. Stereotyper könnten die Figuren gar nicht sein. Die tapferen Spartaner sahen aus als wären sie aus einem Sportpropagandafilm von 1933 entlaufen. Und die Persier aus Tschernobyl. Wer nun eigentlich gut und wer böse ist, läßt sich nicht zweifelsfrei erkennen, denn beide Parteien trachten einander mit einem höchstmaß an Brutalität nach dem Leben, was in ausgedehnten Slowmotion Sequenzen auch sehr detailliert dargestellt wird. Eindeutig nichts für Fans von lauwarmer Milch. Nach 1.5 Stunden klirrendem Stahl, umherfliegenden Körperteilen und weiß-der-Geier wievielen Toten (hauptsächlich Perser), steht Leonidas mit seinem inzwischen doch kleiner gewordenen Gefolge, entgültig einer unbesiegbaren Armee gegenüber.

Erzählt wird die Geschichte von seinem Hauptmann, der während einer Schlacht ein Auge verlor und somit nicht mehr kämpfen sollte und stattdessen nach hause geschickt wurde um zu berichten und den Senat dazu zu bewegen mit einer größeren Streitmacht in den Krieg zu ziehen um dem barabrischen Feind die Fäuste zu zeigen. Alles in allem ist die Mär vom blutigen Heldentod Leonidas‘ und seiner 300 tapferen Kameraden nur ein Symbol für den unerschrockenen Kampfgeist den Krieger haben sollte.

Fazit:

Man kann nicht wirklich sagen 300 sei schlecht. Dafür ist er technisch einfach zu gut und die Schlachtenkoreographien wurden schnörkellos gefilmt. Aber es fehlt einfach die Abwechslung. Nach einer halben Stunde mit Variationen von Durchbohren, Abhacken, etc. hat man nur noch den bitteren Geschmack von übertriebenem Heldenpathos und einer leicht faschistoiden Botschaft auf der Zunge. Ich persönlich bin etwas enttäuscht und freue mich lieber auf die Fortsetzung von „Sin City“.

Crew:

Regie: Zack Snyder
Drehbuch: Zack Snyder, Kurt Johnstad, Michael Gordon
Produktion: Frank Miller, Mark Canton, Bernie Goldman, Jeffrey Silver, Gianni Nunnari
Musik: Tyler Bates
Kamera: Larry Fong
Schnitt: William Hoy

Schauspieler:

* Gerard Butler: König Leonidas
* Lena Headey: Königin Gorgo
* Vincent Regan: Leonidas‘ Hauptmann
* David Wenham: Dilios
* Michael Fassbender: Stelios
* Rodrigo Santoro: Xerxes
* Tom Wisdom: Astinos
* Andrew Tiernan: Ephialtes
* Dominic West: Theron
* Andrew Pleavin: Daxos