Dubstep (wub wub wub)

Elektronische Musik ist ja schon immer corpus delicti von Geschmacksdiskussionen gewesen, obwohl sich darüber ja bekanntlich nicht streiten läßt. Schon das Theremin, das Trautonium und später die weiter verbreiteten Synthesizer ließen Skepsis bei den Musiktraditionalisten aufkommen, für die alles was erstmal analoge oder digitale Schaltungen durchlaufen hat ziemliches Teufelszeug darstellte. Diese Ablehnung von Neuerungen in der Musik läßt sich beliebig weit iterieren und wird aktuell mit der Frage, ob Dubstep überhaupt noch Musik ist, diskutiert. Die Fans lieben die Basedrops, dreckige Beats und waberndes wub wub wub, die meisten anderen fühlen sich an das Einwahlgeräusch von 56k Modems erinnert.

Drop the Bass – Clean up the mess1

Ich gestehe, der Grat zwischen lieblos hingerotztem Elektroschrott und richtig fetten Sounds ist im Zeitalter relativ simpel zu bedienender Software manchmal recht schmal aber es gibt durchaus genug Musiker die sich richtig Mühe geben und neue Wege abseits ausgelatschter Pfade zu betreten. Weiterlesen

Moriarty in concert

Morgen spielen Moriarty in Dresden. Da solltest du hingehen

Wer mich kennt, weiß dass Spontanität bis vor einiger Zeit nicht gerade zu meinen hervorstechendsten Eigenschaften zählte. Nachdem mich die obige Empfehlung erreichte, brauchte es allerdings nur einen Clip bei Youtube um mich davon zu überzeugen dass es sich lohnen könnte. So machte ich mich gestern abend einfach so auf die Socken nach Dresden, ohne zu wissen ob es noch Karten gibt, um an einem Sonntag Abend im Kino „Schauburg“ eine Band zu sehen, von der ich einen Tag zuvor das erste mal etwas gehört habe. Und was soll ich sagen, das war die richtige Entscheidung.

Es muß nicht immer rhythmischer Lärm sein

Wikipedia beschreibt den Stil dieser multikulturellen Formation als Cabaret Folk deren Einflüsse traditionelle irische Musik, Country und Blues sind. Da ich mich in letzter Zeit hauptsächlich mit elektronischen Klängen beschallt habe, war das stilistisch schon ein Sprung ins kalte Wasser. Naja, eigentlich auch nicht, denn Bands wie Katzenjammer oder Voltaire mit ihrem liebevoll handgemachten Folksound, haben mir auch schon vorher sehr gut gefallen. Und geschmacklicher Stillstand steht mir irgendwie nicht.

Moriarty kommen eigentlich so ziemlich von überall her, haben aber in Frankreich zueinander gefunden. Sie tauschen ihre unzähligen Instrumente während der Auftritte genauso munter und unbeschwert wie es die Sängerin Rosemary Standley alias Rosemary Moriarty mit ihrer Identität tut. Dazwischen gibt es immer wieder nett kleine Scherze und Showeinlagen die selbst Elvis neidisch gemacht hätten. Das ganze in der ohnehin schon cabaretesken Atmosphäre des Sergio Leone Saals in der Schauburg – es war phantastsich. Mal gedämpft, fast komplett unplugged, kurz darauf wieder zünftig in die Saiten gehauen. Am meisten fasziniert mich aber die ungewöhnliche Stimme der Sängerin mit ihrem sehr warmen Timbre. Wenn es nicht so viel spaß gemacht hätte den fünf auf der Bühne zuzuschauen, hätte man auch gut und gerne die Augen schließen und sich für 2h treiben lassen können.

Ach Schreck, jetzt habe ich ja beinahe vergessen den Support zu erwähnen. Der wurde gestellt von Emit Bloch, ein kauziger Hillbilly aus Utah, der melancholisch-komischen Blues kredenzte, der für einige Lacher sorgte. Schonmal „This is the new shit“ von Marilyn Manson in einer Countryvariante gehört? Nein? Schade. Das werde ich sicher nie vergessen.

Zu guter Letzt konnte ich auch nicht ohne etwas bleibendes zurück nach Freiberg fahren und so mußte ich mich bei der Auswahl budgetbedingt auf das Debutalbum von Moriarty, das auf den unausprechlichen Namen „Gee Whiz But This Is A Lonesome Town“ hört, und eine niedliche 7″ Single von „Isabelle“, welche vom neuen Album „The Missing Room“ ausgekoppelt ist. Auf diese bekam ich dann auch noch je ein Autogram von Zim & Arthur Moriarty. Danke!

Ich hab auch einen kleinen Mitschnitt vom Depeche Mode Cover „Enjoy the Silence“ gemacht. Die Qualität ist nicht dolle und ich mußte die Tonspur ein bissel befriemeln. Aber es war unglaublich lustig.

Pssst, ich hab auch eine Amazonwunschliste – da hab ich „The Missing Room“ mal hinzugefügt 🙂

Bands beim Wave-Gotik-Treffen

Da nicht mehr allzuviel Zeit übrig ist bis zum WGT, nehme ich mal an dass sich an der Bandauswahl nicht mehr viel ändert. Deshalb werde ich hier mal kurz auflisten wo ich gerne hinmöchte. Erfahrungsgemäß ist man schon gut wenn man die Hälfte davon schafft 😀

  • Bloodsucking Zombies From Outer Space
  • Chamber & Orchester
  • Covenant
  • Din[a]Tod
  • Fields of the Nephilim
  • Gothminister
  • Lavantgarde
  • New Days Delay
  • Oswald Henke (Schauspiel)
  • Paradise Lost
  • Persephone
  • S.P.O.C.K.
  • Samsas Traum (eine Chance bekommt Herr Kaschte noch von mir)
  • Solar Fake
  • Straftanz
  • Tarja
  • The beautiful disease
  • Welle:Erdball
  • Xotox

Wer Lust hat sich da mal mit mir (und natürlich auch meinem Fräulein) zu treffen, kann sich ja mal ganz unverbindlich bei mir melden.

Manchmal ist das Schicksal echt ein fieses Arschloch, aber was will man machen. Da der „liebe“ Gott oder sonstwer es für nötig hielt meiner Freundin eine Appendizitis zum Geburtstag zu schenken, fällt das WGT für uns dieses Jahr leider aus. Also wieder ein Jahr warten, dann aber richtig! Und wer weiß, als Alternative bietet sich vielleicht das M’era Luna an 😀

CD Review: Die Form – Bach Project

Nachdem klar war dass die BACH Performance aus dem Werk II in Leipzig 1:1 auf CD gepresst wird, war die Qualität der Veröffentlichung nur noch eine Frage des Masterings und des Artworks. Und da Philippe Fichot von beidem mehr als genug Ahnung hat, war auch da zu erwarten dass es eine tolle CD wird.

Der erste Eindruck: Die Verpackung der limitierten ersten Auflage ist natürlich ein hingucker. In A5 DVD Digibook Größe wirkt eine CD sowieso schon irgendwie edler. Die schöne Hochglanzqualität des Covers in seiner leichten 3D Optik macht das Stück zu einem Hingucker im CD Regal, sofern das in den üblichen Plattenläden überhaupt möglich ist. Was mich natürlich am meisten interessiert hat, waren die Fotos im Booklet. Und was soll ich sagen? Ich bin zufrieden. Es haben immerhin 5 Bilder den Weg in das Beiheft geschafft und die wirken auf Hochglanz gleich ein ganzes Stück besser als auf dem Monitor. Heil den Printerzeugnissen. Das Augen funktioniert eben doch noch analog.

Das führt gleich zum zweiten Punkt – der Musik: Keine Frage, J.S. Bach kann man eigentlich nicht vermiesen. Er ist nicht umsonst einer der größten Komponisten der barocken Klassik. Aber der Anspruch an dieses Projekt war ja nicht einfach das „Rohmaterial“ mit einem Beat zu mixen und an den Reglern zu spielen, sondern eine neue Interpration in Form von Instrumentierung und Finishing zu erschaffen. Und das ist Philippe Fichot sehr gut gelungen. Das instrumentelle Reportoir liest sich wie ein kleines Orchester, obwohl alles nur von einem gespielt wird. Vor allem das Teremin ist meiner Meinung nach eine der wichtigsten musikalischen Erfindungen des 20. Jahrhunderts. Wäre es schon im 18. Jhd. verfügbar gewesen, Bach hätte es sicherlich gerne benutzt. Da es aber noch sehr jung ist, konnte sich der französische Elektrovirtuose Philippe Fichot daran versuchen. Die Instrumentierung ist allerdings nur ein Teil. Schon bei der Auswahl der zu bearbeitenden Stücke hat er schon gutes Gespür bewiesen. Neben dem Anspruch etwas passendes für die bezaubernde Stimme von Eliane P. zu finden, war wohl auch die Notwendigkeit des zusammenpassens der Stücke da. Und die war offensichtlich sehr gut. Die CD hört sich an einem Stück so gut an das kein Lied stört. Und das geht nicht zu Lasten der Abwechslung.

Der einzige Vermutstropfen ist einer der Systembedingt ist. Die Form ist eigentlich ein Audiovisuelles Projekt. Bei der Bach Performance mehr denn je. So fehlt eben doch ein wenig die tänzerische Darbietung von Sabine Seume. Aber das kann man der CD ja nicht ankreiden. Umso mehr kann man sich darauf freuen dass die Chance besteht dass diese Aufführung in passender Umgebung wiederholt wird. In einem Interview verriet Philippe Fichot dass er auch gerne ein ganzes Orchester mit einbinden würde. Das wäre natürlich eine tolle Sache. Bis dahin reicht aber auch diese CD um die Zeit bis zum nächsten regulären Die Form Album zu überbrücken.

PS: Das Interview im aktuellen Orkus (Februar 2008) enthält ebenfalls die Photos von mir. Ich freue mich 😀

Die Form official
Weitere Rezension zur CD auf Alternativmusik.de

Die Form

CD Preview: Die Form – B.A.C.H.

Aus persönlichen Gründen muß ich jetzt mal den letzten DIE FORM Newsletter hier zitieren. Gründe folgen am Schluß:

DIE FORM – DECEMBER 2007 NEWS…

„BACH PROJECT“ CD

Official release date : 25th of January 2008 (TRISOL)

Please, contact us to reserve/pre-order (1 copy by order !) the ultra-limited edition (99 copies incl. a signed carbon ink print).

„Philippe Fichot’s French art project DIE FORM has always been a lot more than just a music band. For 25 years DIE FORM has represented an unrivalled fusion of music, performance, photography and experimental films. After numerous collaborations with other artists and more than 30 albums, many video clips and short films plus two volumes of photographs, the unique interpretation of Bach compositions – as it was performed live in Leipzig on the occasion of the Bach week in 2006 – is released on a new album.

Once again organic and electronic noise with neo classic elements is united with experimental structures with classic harmonies and vocals. And also again cold technical elements are confronted with the warm and erotic voice of Eliane P. Due to the sensational success of these Bach interpretations the performed songs are now presented on an official DIE FORM album and unfold the irresistible charm of the original performance on the basis of harmony and rhythm.

DIE FORM has long escaped the limits of dark electronics and presents a mature and genuine album that no aficionado of experimental sound worlds can elude.

ATTENTION : The album will appear as a luxurious first edition !

  • CD in A5 format in a precious slipcase, punched and with special lamination
  • Special accordion fold booklet and precious art print on selected high-quality
  • Including astonishing live photos from the Bach performance in Leipzig
  • Strictly limited to 1,999 copies world-wide incl. 99 copies with a signed carbon ink print“

Also available as Standard CD edition on METROPOLIS RECORDS (USA-CANADA)

Mein Augenmerk liegt auf dem fettgedrucktem Feature. Auch wenn ich nicht gerade soweit gehen würde sie „erstaunlich“ zu nennen, so freue ich mich doch sehr darüber dass es meine Photos sind die es ins Booklet geschafft haben. Also, am 25. Januar des nächsten Jahres erscheint das Werk auf dass ich mich auch aus musikalischer Sicht sehr freue. Das Konzert/Performance in Leipzig war ja wirklich klasse. Eine CD Rezension werde ich mit ziemlicher Sicherheit auch schreiben. Bis dahin muß ich mich aber noch ein wenig gedulden.

LG, Erik