Dubstep (wub wub wub)

Elektronische Musik ist ja schon immer corpus delicti von Geschmacksdiskussionen gewesen, obwohl sich darüber ja bekanntlich nicht streiten läßt. Schon das Theremin, das Trautonium und später die weiter verbreiteten Synthesizer ließen Skepsis bei den Musiktraditionalisten aufkommen, für die alles was erstmal analoge oder digitale Schaltungen durchlaufen hat ziemliches Teufelszeug darstellte. Diese Ablehnung von Neuerungen in der Musik läßt sich beliebig weit iterieren und wird aktuell mit der Frage, ob Dubstep überhaupt noch Musik ist, diskutiert. Die Fans lieben die Basedrops, dreckige Beats und waberndes wub wub wub, die meisten anderen fühlen sich an das Einwahlgeräusch von 56k Modems erinnert.

Drop the Bass – Clean up the mess1

Ich gestehe, der Grat zwischen lieblos hingerotztem Elektroschrott und richtig fetten Sounds ist im Zeitalter relativ simpel zu bedienender Software manchmal recht schmal aber es gibt durchaus genug Musiker die sich richtig Mühe geben und neue Wege abseits ausgelatschter Pfade zu betreten.

Ich habe ja früher eher „handgemachte“ Musik gehört. Rock und (Black- & Death-) Metal vorrangig, aber auch gerne melodisches à la Nightwish. Irgendwann fand ich dann aber mehr und mehr Zugang zu den künstlichen Sounds aus der Maschine. Treibende Beats und epische Soundscapes mit Gänsehautpotential haben mich da schnell angefixt.

Ich wollte jetzt auch gar nicht so sehr ins Detail meiner geschmacklichen Diversifizierung gehen sondern ein paar Beispiele aus dem Bereich Dubstep bringen, die ich persönlich ziemlich fancy finde. Allerdings muß ich dazu sagen, es ist so ziemlich alles kein reiner Dubstep sondern sehr Ambientund Downtempo -lastig.

Ein paar Beispiele von wirklich guten Produktionen:

Hecq – Bane

Aus dem insgesamt ziemlich geilen Album Avenger


Andreya Triana – Lost where I belong (Banks Remix)

Vor allem im Vergleich zum stilistisch komplett anders gearteten Original merkt man welches Potential eigentlich in diesem oft geschmähten Genre steckt.


Die talentierte Britin Emika ist nicht nur optisch ein echtes Sahnebonbon sondern auch geschickt im Umgang mit Drumcomputer und Sequencer.


Zu guter letzt noch ein Beispiel welches bis dato bei Youtube schon 22 Mio Viewer hat. Eine hübsche Dame mit einer Geige durch eine Eiswelt tanzend gepaart mit wobbelnden Beats scheint gut anzukommen und wurde deswegen auch schon in unzähligen Blogs verlinkt und geliebt. Ist aber auch ziemlich geil.

Es gibt also noch eine ganze Menge abseits von Skrillex. Obwohl ich den Sound auch gar nicht so schlecht finde. Um noch einmal zum einleitenden Statement zurückzufinden, das Genre Dubstep befindet sich auch jetzt schon insich in einer Identitätsdebatte, wie dieser Rant eindrucksvoll beweist. Ich selbst mache mir dazu aber auch keine großen Gedanken sondern höre einfach, was mir gefällt. Und tatsächlich ist da auch unter den neueren Stilen immermal etwas dabei. Ich komme nämlich auch langsam in das Alter wo man ein wenig konservativ wird und das was die Jugend swag findet, läßt mich mitunter meistens ziemlich erschaudern.

Falls ihr noch brandheiße Empfehlungen habt, die Kommentarfunktion steht bereit. In diesem Sinne, Drop the bass!