WGT Tagebuch #2

Es ist Samstag der 11. Juni 2011, wir haben gut geschlafen, gut gefrühstückt und nach einer erquicklichen Dusche um den Schweiß des gestrigen Abend abzuwaschen, steht nun ein frisch geköpftes Staropramen auf dem Hoteltisch während meine bessere Hälfte noch am Styling werkelt. Das sie gestern erst relativ spät aus dem fernen Heidelberg anreisen konnte, war der Tag eigentlich mit organisatorischen Dingen gefüllt. Aber es hat auf jeden Fall gereicht um ein paar Bier zu stürzen, in der WGT Messe 15€ für Klimbim auszugeben und sich einen Überblick über die Massen an Gothic-Krimskrams zu verschaffen der jedes Jahr feilgeboten wird. Nachdem dann auch meine Herzdame angekommen war und seltsamerweise auch ohne Obsorgeticket Zeltplatzbändchen bekommen hat, ging es endlich in die Agra Haupthalle wo 3 Konzerte in Folge stattfinden sollten.

Den Anfang machten Umbra et Imago, die ich vor einer halben Ewigkeit einmal gesehen habe und die  mich musikalisch bis heute nicht sonderlich angesprochen haben. Nichtsdestotrotz ist Mozart, seines Zeichens Frontmann der Band und etablierte Szenegröße, eine begabter Entertainer der mit Witz und Selbstironie eine Reformation der kommerzialisierten schwarzen Kultur anregte. Ein bißchen mitwippen und beim Cover des Falco Songs „Rock me Amadeus“ auch mithüpfen, sowie ein bißchen Fleischbeschau am Ende der Show (Umbra et Imago sind bekannt für ihre P18 Shows) und der Zauber war zunächst Vorbei und Durst und Hunger übernahmen die Führung. Deshalb gab es dann ersteinmal ein Bier um den Flüssigkeitshaushalt zu balancieren und eine Currywurst um die Elektrolyte nachzufüllen. Beides war nötig für den nächsten und auch ziemlich lang ersehnten Act: Covenant. Die schwedische Electroformation um Frontmann und Synthesizerzauberer Eskil hatte sichtlich Spaß am Einheizen der grobgeschätzt 5000 Leute vor ihm und wir hatten unseren Spaß beim Tanzen zu Perlen der Musikgeschichte wie „We stand alone“ und dem Klassiker „Der Leiermann„. Awesome. Kann man nicht anders sagen. Aber auch bullenwarm. Das Bier als Übergang zum Headliner des Abends floß auch rein wie Wasser in der Wüste. Für Deine Lakaien haben wir uns dann auch ziemlich weit nach vorne gekämpft denn schon die „Kommandozentrale“ aus einem Flügel, Mehreren Synthesizern und dazugehöriger Elektronik um das Musikgenie Ernst Horn, sind ein lustiger Anblick. Die Stimme dieser Ausnahmeband ist ja seit jeher der vampiresque-distinguierte Sänger mit der Samtstimme Alexander Veljanov welcher aus der gesamten Bandgeschichte, die ja inzwischen auch schon 25 Jähriges Bestehen hinter sich haben, mal sanft und mal kraftvoll ein breites Repertoir darbot. Wirklich toll und Songs wie „Gone“ sind einfach zu schön um sie zu ignorieren:

Mal sehen was der heutige Tag bietet. Für den Abend ist ja eher was kräftigeres angedacht. Meine armen Knie werden nach Faderhead, Feindflug und Front 242 sicher ziemlich hinüber sein. Von meinem Rücken will ich da noch gar nicht sprechen. Zuvor wird aber mal das Heidnische Dorf heimgesucht. Ich werde heute auch die Kamera mitnehmen. Dann geht es mit ein paar Impressionen weiter.