Posterous theme by Cory Watilo

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VI. Amphi Festival 2011

Das diesjährige Amphifestival am Tanzbrunnen in Köln war für mich sowohl ein erstes mal in Köln als auch mein Debut was das Amphi Festival angeht. Obwohl ich schon Freitag früh mit irgendeinem undefinierbaren Unwohlsein im Bauche nach Heidelberg aufbrach, freute ich mich darauf meine Freundin wieder zu sehen um am Samstag in aller frühe in die Jugendherberge neben dem Kölner Bahnhof, und somit auch dem Dom, aufzubrechen. Punkt 10.00 Uhr trafen wir zusammen mit unserer Festivalbegleitung am Ziel ein. Zusammen mit meiner lieben Schulfreundin und Bloggerin sowie ihrem Freund teilten wir uns ein Zimmer im Pathpoint Hostel, welches im Übrigen für eine Jugendherberge wirklich gut in Schuss war. Aber das Zimmer war ja nur eine Notwendigkeit wenn man zwei Tage Konzerte vor sich hat. Der Tanzbrunnen war über die Eisenbahnbrücke zu Fuß in etwa 20 Minuten zu erlaufen und so machten wir uns am frühen Nachmittag auf um unseren Konzertplan abzuarbeiten. Der Samstag war dahingehend recht gediegen. Den Anfang machten mind.in.a.box, die ich schon lange mal live sehen wollte. Interessant war es allemal denn das Pitching von Stefan Poiss' Stimme klingt nicht nur auf Konserve cool. Allerdings muß ich die Tontechniker rügen. Es war ziemlich mies ausgesteuert und die ständigen Rückkopplungen waren eine Herausforderung fürs Trommelfell, um es mal vorsichtig auszudrücken. Die 40 Minuten waren auch schnell herum und im Theater warteten zunächst Rome und dann Persephone auf Beifall (letztere sogar buchstäblich *lol*). Nicht zu unrecht denn die angenehme Atmosphäre des bestuhlten Saales und die tollen Darbietungen gefielen mir sehr. Rome kannte ich bis dato nur namentlich, bin aber sehr positiv überrascht von dieser Dark-Folk Formation. Ich persönlich war aber eher wegen Persephone da. Nachdem ich es bis dato nie geschafft oder sie verpasst habe, klappte es nun endlich das Sideproject von Sonja Kraushofer (L'âme immortelle) endlich mal live und in farbe zusammen mit Piaon, Percussion und 3 Streichern zu erleben. Allerdings erst nach dem ersten Applaus. Ohne dem ging es nicht los. Was dann folgte war dem aber schon würdig. Die nicht mehr ganz so gertenschlanke Sonja hat offenbar sehr viel Herzblut in dieses Projekt gesteckt und mit viel Theatralik ihre meist sehr melancholischen Stücke mit Motiven aus verschiedenen - vorrangig aber der griechischen - Mythologien präsentiert.

Nachdem die letzte Zugabe gespielt und der Saal geleert wurde, hatten wir viel Zeit bis zum Abendprogramm. Die konnten wir mit einer vollkommen überteuerten Mahlzeit und ein bißchen Ausruhen überbrücken. Leider hat beides nicht ausgereicht um sich auf Suicide Commando und Hocico vorzubereiten denn die unerträglich stickige Luft im Staatenhaus und allgemeine Ermüdung rieten uns den Heimweg anzutreten. Das war für den Himmel wohl so traurig dass er die Schleusen für den gesamten Heimweg öffnete. Nun gibt es aber erstmal ein paar Photos vom Samstag.

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WGT Tagebuch #4

Es ist schon wieder Montag und der letzte Tag ist angebrochen nachdem wir beinahe das Frühstück verpasst haben. Aber der Familienhaftigkeit der Pension sei dank müssen wir nicht ohne etwas im Magen zu haben aus dem Haus. Uns steckt das viele umherlaufen, rumstehen und natürlich auch das Tanzen schon ziemlich in den Knochen. Mein Rücken fühlt sich gleich mal 40 Jahre älter an und von meinen Füßen brauch ich gar nicht erst anfangen. Aber ich will jetzt nicht jammern sondern vom gestrigen Tag berichten. Der ist aber auch relativ schnell zusammengefasst.

Frühstück, duschen und bloggen zogen sich bis etwa zum Mittag hin. Aufgetakelt und unterhopft haben wir uns dann ersteinmal wieder ins inzwischen hoffnungslos überfüllte heidnische Dorf aufgemacht. Einfach um mal ein bißchen auszuspannen. Zu Wolfenmond und einem Schaschlik für das ich knapp 20min anstehen mußte ging das auch ziemlich gut. Zugleich hab ich festgestellt das eben jene Band mir auch ziemlich gut gefällt. Mittelalterliche Weisen und Elektrogehämmere - joar, damit kann ich mich gerne anfreunden. Eine Flasche Met und 3 Bier tun da auch ihr übriges. Nachdem man dann aber nur noch an den Ständen des Marktes vorbeigeschoben wurde, beschlossen wir dann nochmals in der Agra einzukehren um noch ein bißchen shoppen zu gehen. Bzw, nur Dinge zu tragen, denn mein Budget ist längst erschöpft.

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Photos © by Erik Urban & Susann Henker

Die Zeit verging dann auch allzuschnell und wir mußten uns langsam aufmachen um die Halle 15. der alten Messe zu erreichen. Als Ersatz für den Kohlrabizirkus beherbergte diese nämlich unser Abendprogramm. Eigentlich war Assemblage 23 der Hauptgrund für unseren Besuch, aber irgendwie fehlte da gänzlich der Druck den man von A23 kennt und so hörten wir den Großteil vor dem Eingang, wo man allerdings trotzdem alles mitbekam. Die Messehalle hat eine prima Akustik! Die uns gänzlich unbekannten Performance haben wir auch geknickt weil schon die ersten Klänge wie Elektroschlager anmuteten. Dafür wurden wir dann mit einem Konzert der Sonderklasse von Camouflage belohnt. Die gibts ja nun auch schon seit ner halben Ewigkeit und ihre ewigen Klassiker "Love is Shield" und "The great Commandment" haben wie immer gezündet. Danach war allerdings der Tag auch schon wieder rum denn für das heute anstehende Programm von Absinth, Blutsaugenden Zombies und Elektronischer Körpermusik brauchen wir noch ein bißchen Kraft. Auf die grüne Fee freue ich mich jetzt ersteinmal ganz besonders. Jamjam!

WGT Tagebuch #2

Es ist Samstag der 11. Juni 2011, wir haben gut geschlafen, gut gefrühstückt und nach einer erquicklichen Dusche um den Schweiß des gestrigen Abend abzuwaschen, steht nun ein frisch geköpftes Staropramen auf dem Hoteltisch während meine bessere Hälfte noch am Styling werkelt. Das sie gestern erst relativ spät aus dem fernen Heidelberg anreisen konnte, war der Tag eigentlich mit organisatorischen Dingen gefüllt. Aber es hat auf jeden Fall gereicht um ein paar Bier zu stürzen, in der WGT Messe 15€ für Klimbim auszugeben und sich einen Überblick über die Massen an Gothic-Krimskrams zu verschaffen der jedes Jahr feilgeboten wird. Nachdem dann auch meine Herzdame angekommen war und seltsamerweise auch ohne Obsorgeticket Zeltplatzbändchen bekommen hat, ging es endlich in die Agra Haupthalle wo 3 Konzerte in Folge stattfinden sollten.

Den Anfang machten Umbra et Imago, die ich vor einer halben Ewigkeit einmal gesehen habe und die  mich musikalisch bis heute nicht sonderlich angesprochen haben. Nichtsdestotrotz ist Mozart, seines Zeichens Frontmann der Band und etablierte Szenegröße, eine begabter Entertainer der mit Witz und Selbstironie eine Reformation der kommerzialisierten schwarzen Kultur anregte. Ein bißchen mitwippen und beim Cover des Falco Songs "Rock me Amadeus" auch mithüpfen, sowie ein bißchen Fleischbeschau am Ende der Show (Umbra et Imago sind bekannt für ihre P18 Shows) und der Zauber war zunächst Vorbei und Durst und Hunger übernahmen die Führung. Deshalb gab es dann ersteinmal ein Bier um den Flüssigkeitshaushalt zu balancieren und eine Currywurst um die Elektrolyte nachzufüllen. Beides war nötig für den nächsten und auch ziemlich lang ersehnten Act: Covenant. Die schwedische Electroformation um Frontmann und Synthesizerzauberer Eskil hatte sichtlich Spaß am Einheizen der grobgeschätzt 5000 Leute vor ihm und wir hatten unseren Spaß beim Tanzen zu Perlen der Musikgeschichte wie "We stand alone" und dem Klassiker "Der Leiermann". Awesome. Kann man nicht anders sagen. Aber auch bullenwarm. Das Bier als Übergang zum Headliner des Abends floß auch rein wie Wasser in der Wüste. Für Deine Lakaien haben wir uns dann auch ziemlich weit nach vorne gekämpft denn schon die "Kommandozentrale" aus einem Flügel, Mehreren Synthesizern und dazugehöriger Elektronik um das Musikgenie Ernst Horn, sind ein lustiger Anblick. Die Stimme dieser Ausnahmeband ist ja seit jeher der vampiresque-distinguierte Sänger mit der Samtstimme Alexander Veljanov welcher aus der gesamten Bandgeschichte, die ja inzwischen auch schon 25 Jähriges Bestehen hinter sich haben, mal sanft und mal kraftvoll ein breites Repertoir darbot. Wirklich toll und Songs wie "Gone" sind einfach zu schön um sie zu ignorieren:

Mal sehen was der heutige Tag bietet. Für den Abend ist ja eher was kräftigeres angedacht. Meine armen Knie werden nach Faderhead, Feindflug und Front 242 sicher ziemlich hinüber sein. Von meinem Rücken will ich da noch gar nicht sprechen. Zuvor wird aber mal das Heidnische Dorf heimgesucht. Ich werde heute auch die Kamera mitnehmen. Dann geht es mit ein paar Impressionen weiter.

WGT Tagebuch #1

"Guten Abend meine Damen und Herren. Es gibt Menschen, die leben als seien sie schon tot. Sie nennen sich "Grufties", kleiden sich schwarz, rasieren die Köpfe, piercen sich an allen erdenklichen Körperstellen, schminken sich weiß oder blutrot, tanzen nach Heavy-Metal-Gedröhn und verehren alles Teuflische."

Es ist inzwischen eine kleine Tradition meinerseits geworden über das schwarz-bunte Treiben auf dem alljährlichen Wave-Gotik-Treffen in Leipzig in Form eines kleinen Tagebuches zu berichten. In diesem Jahr gibt es auch ein Jubiläum zu zelebrieren, denn das erste WGT fand vor genau 20 Jahren statt. Auch wenn ich "erst" seit dem 10. dabei bin, fühle ich mich dieser Veranstaltung regelrecht verpflichtet und ich trauere noch immer der Tatsache nach, dass ich nur 9 Bändchen in meinem Kartenkasten habe. Einmal sollte es einfach nicht sein. Soviel zum Vorgeplänkel, viel gibt es heute auch noch nicht zu berichten denn gestern (Do, 9.06) bin ich gerade mal angereist, habe eine größere Menge Bier, Met und und Absinth vertilgt und zumindest mein Bändchen (welches farblich bedingt immer mit einem "schwuuul" beschrieben wird) abgeholt. Da Zeitmanagement nicht unbedingt zu den Stärken meiner aktuellen Reisegruppe gehört, habe ich natürlich das Highlight des gestrigen Abends nicht erlebt. Schade, Henke wollte ich eigentlich unbedingt sehen. Aber eigentlich sind die 300 Bands, Lesungen, Märkte etc. nur Rahmenprogramm für den eigentlich Zweck dieses Treffens: Sich treffen. Und das wird im Laufe des Pfingstwochenendes mehr als einmal passieren.

Der Großteil des heutigen Tages ist aber erstmal mit Pension beziehen, Bier kaufen und Programm studieren verplant. Und auf meine bessere Hälfte warten. Die reist just in diesem Moment aus dem fernen Heidelberg an. Damit ist sie aber bei weitem nicht die am weitesten angereiste. Gestern in der Straßenbahn hörte man schon wieder französische und spanische Gruftis. Es bleibt wie es ist, das WGT ist immernoch die wichtigste Veranstaltung für die "schwarze Szene" und darauf kann Leipzig stolz sein.

PS: Wie es mit Bildern sein wird, kann ich noch nicht genau prognostizieren. Kamera ist zwar dabei, aber da ich das schwere Gerät ohne die obligatorische Akkreditierung nicht an den bösen Türstehern der Konzerte vorbeikriege, wird sie wohl nur beim flanieren dabei sein.

Bis dahin \m/