A history of (my) cellphones

Ich hatte erst recht spät ein eigenes Mobiltelephon weil ich es schon als jugendlicher blödsinnig und sogar lästig fand immer und überall erreichbar sein zu sollen (das impliziert nämlich der Besitz und das ständige Mitführen eben jenes piepsenden Quälgeistes). Inzwischen, nach etwas über 10 Jahren, habe ich aber doch schon ein paar Geräte besessen.

Von links nach rechts: Philips Savy, Nokia 3310, Siemens MC60, Siemens S65, Sony Ericsson W910 und Palm Pre

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Photoausstellung von Robert Häusser zum Mauerbau

© Robert Häusser - Berliner Mauer

© Robert Häusser - Berliner Mauer

Heute war ich erstmalig in einer Photoausstellung, die mir ein wenig Magenschmerzen bereitet hat. Nicht wegen ihrer Motive, sondern wegen ihrer Aussage. Es war eine Ausstellung von Photographien von Robert Häusser, einem sehr renomierten und internatial bekannten Photographen welcher den Mauerbau und die Zeit unmittelbar danach photographisch festgehalten hat. Von beiden Seiten. Nun beweist ein Blick in seine Biographie dass das ein für ihn sehr persönliches Thema ist. Zweifelsohne war die Berliner Mauer und die deutsch-deutsche Grenze für viele für die sie eine unmittelbare physische Barriere war, eine Katastrophe und die über 900 Toten im Zusammenhang mit „der Grenze“ sollen weder verschwiegen noch vergessen werden. Aber die 34 Photographien der Ausstellungen zeigen AUSSCHLIESSLICH hart gradierte schwarz-weiß Photographien von Betonmauern, Stacheldraht und Häuserruinen. Untermalt wird das ganze mit rhetorisch markanten Onelinern aus der Geschichte des kalten Krieges wie:

Alle freien Menschen, wo immer sie leben mögen, sind Bürger dieser Stadt West-Berlin, und deshalb bin ich als freier Mann stolz darauf, sagen zu können: ‚Ich bin ein Berliner‘!

(John. F. Kennedy)

Hauptsächlich wurden die Kommentare amerikanischer und bundesdeutscher Politiker genannt, bis auf zwei eher missglückte Aussprüche von Walter Ulbricht und Erich Honecker. Jedenfalls machte das alles schon einen sehr tendentiellen Eindruck. Nun bin ich selbst kein Historiker und wegen meiner DDR Sozialisation natürlich ein wenig vorbelastet was den Blick auf die Deutsche Demokratische Republik angeht. Aber ich habe gelernt mein Gehirn zu benutzen und nicht alles was mir die Medien verkaufen für bare Münze zu nehmen. Was man allerdings nicht von allen Menschen behaupten kann und soweit ich das erkennen kann, wird die Erinnerung an die DDR hauptsächlich zu einem ähnlichen Dämon wie das Dritte Reich geformt. Das findet bei schlecht informierten Menschen natürlich fruchtbaren Boden und solche historisch mager begleiteten Dokumentation tragen ihr übriges dazu bei.

Nun will ich das photographische Schaffen Robert Häussers nicht schmälern und seine Erinnerungen an die einschneidenden Ereignisse keinesfalls klein reden. Aber wenn Erinnerung an 40 Jahre DDR irgendwann nur noch aus Beton, Stacheldraht und Grenztoten besteht, dann ist das eine ebenso infame Geschichtsverklärung wie die „gute alte Zeit“. Ich selbst habe zwar nur 5 Jahre aktiv miterlebt, aber die Erinnerung daran ist alles andere schlecht. Und ich bin mir sicher, da bin ich nicht der Einzige. Egal für welche Meinung man sich letztenendes entscheidet, man sollte alle Seiten kennen. Und das ist zunehmend nicht mehr der Fall. Die Einträge im Gästebuch der Ausstellung belegen das. Vor allem sollte man aus der Vergangenheit lernen. Im Zuge der fortschreitenden Beschneidung von Privatsphäre und wachsenden Bestrebungen von Generalverdächtigungen, machen die inflationäre Benutzung des Freiheitsbegriffes und die Dämonisierung von Stasi und SED zu einer Farce. Auch die gleichzeitige Anbiderung an ein Land welches mit dem einzigen Einsatz von Nuklearwaffen und zahlreichen nutzlosen und illegitimen Kriegen um einiges mehr als 950 Tote produziert hat.

Okay, das driftet jetzt zu sehr in ein Essay über meine allgemeine Unzufriedenheit mit der Geschichtswahrnehmung der Menschheit ab, eigentlich gings ja um die Ausstellung. Sei’s drum, die Wirkung der Bilder ist trotz ihres in diesem Kontext eher zweifelhaften Zweckes unverkennbar. Wer sein Gehirn benutzen kann, wird die Ausstellung im Reiss-Engelhorn-Museum Mannheim nicht gänzlich unreflektiert betrachten.

Derzeitig sind auf der selben Etage aber noch ein paar andere kleine Photoausstellungen im „Forum internationale Photographie“, welche mich dann doch ein wenig beschwichtigt haben. Bilder aus den Anfängen der Photographie aus Japan und China sowie eine Sammlung Reisereportagenbilder von Größen wie Henri Cartier-Bresson und Thomas Höpker.