WGT Tagebuch #3

Die Hälfte des 20. Wave-Gotik-Treffen ist nun vorbei und erste Ermüdungsanzeichen machen sich bemerkbar. Das heißt aber nicht dass jetzt nachgelassen wird denn das „finale grande“ am Montag wird sicher nicht mit rumsitzen verbracht. Zunächst aber ersteinmal ein resumée und Bilder vom gestrigen.

Zwei Dinge haben sich gestern einmal mehr bestätigt. Das WGT ist ein Festival des Sehens und Gesehenwerdens. (gibts das Wort überhaupt? naja, jetzt schon.) Und ein soziales Netzwerk. Und zwar ein Richtiges.

Zunächst aber ein kurzes Statement zur ersten Behauptung. Viele der Besucher des WGT stehen schon früh auf und drapieren 2h an ihren Outfits die weder gesellschaftstauglich noch praktisch sind. Macht nix, ein Hingucker vor allem für die „bunten“ Touristen und Einwohner der Stadt Leipzig ist es an diesem Wochenende allemal. Und so kommt es vor, dass wenn man mit eben solch wunderhübsch gestylten Leuten durch die Stadt zieht, man keine 5m weit laufen kann ohne dass sich eine Traube von Menschen bildet die mit Handyknippse und Profi-DSLR die  wandelnden Kunstwerke belagert. Würde man für jedes Photo 50cent nehmen, könnte man zünftig im Heidnischen Dorf mit Met und Mutzbraten feiern. Ein paar Impressionen dieser Tatsache habe ich einmal in einer kleinen Galerie hier zusammengefasst.

Der andere Grund das WGT als das „schwarze Weihnachten“ des Jahres anzusehen ist der Umstand dass man sich mit vielen Leuten treffen kann die man sonst zusammen nie oder nur selten zu Gesicht bekommt.  Und dann wird natürlich gefeiert und gebechert was das Zeug bzw. die Leber hält.

Aber man bezahlt natürlich nicht inzwischen 81€ für den Eintritt wenn man nicht auch die Veranstaltungen besucht und so war des Abends, nach einem kleinen Aufenthalt im Dorf der Heiden zu Metbier, einem Treffen mit einem hübschen Burgfräulein und ein bißchen Rabenschrey, hab ich meine Kamera in der Pension abgeliefert und mich mit meiner Freundin auf den Weg in die Agrahalle gemacht um mein Trommelfell von Feindflug durchwalken zu lassen. Ein bißchen Abseits vom Mainstage war die Akustik zwar mieserabel aber es kam immernoch genug an um ordentlich abzutanzen. Danach gab es nur einen kurzen Zwischenstopp bei der Biertankstelle um für Front 242 gerüstet zu sein. Die selbsternannten Väter des EBM haben uns aber allesamt nicht so sehr begeistern können (das lag aber im wesentlichen an aufkommender Müdigkeit) weshalb wir beschlossen haben nochmal über die Shoppingmeile der Agra zu marschieren. Die ist gegen 23.00 auch nicht mehr so sehr voll, weshalb das Schauen auch mehr Spaß macht. Es wurden tatsächlich auch ein paar Dinge erworben und mit einem zufriedenen Lächeln in die Pension gebracht wo wir dann mit einer Freundin noch bis 2.00 geschnattert und ein paar Absacker geschlürft haben. So läßt es sich leben.