Posterous theme by Cory Watilo

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Moriarty in concert

Morgen spielen Moriarty in Dresden. Da solltest du hingehen

Wer mich kennt, weiß dass Spontanität bis vor einiger Zeit nicht gerade zu meinen hervorstechendsten Eigenschaften zählte. Nachdem mich die obige Empfehlung erreichte, brauchte es allerdings nur einen Clip bei Youtube um mich davon zu überzeugen dass es sich lohnen könnte. So machte ich mich gestern abend einfach so auf die Socken nach Dresden, ohne zu wissen ob es noch Karten gibt, um an einem Sonntag Abend im Kino "Schauburg" eine Band zu sehen, von der ich einen Tag zuvor das erste mal etwas gehört habe. Und was soll ich sagen, das war die richtige Entscheidung.

Es muß nicht immer rhythmischer Lärm sein

Wikipedia beschreibt den Stil dieser multikulturellen Formation als Cabaret Folk deren Einflüsse traditionelle irische Musik, Country und Blues sind. Da ich mich in letzter Zeit hauptsächlich mit elektronischen Klängen beschallt habe, war das stilistisch schon ein Sprung ins kalte Wasser. Naja, eigentlich auch nicht, denn Bands wie Katzenjammer oder Voltaire mit ihrem liebevoll handgemachten Folksound, haben mir auch schon vorher sehr gut gefallen. Und geschmacklicher Stillstand steht mir irgendwie nicht.

Moriarty kommen eigentlich so ziemlich von überall her, haben aber in Frankreich zueinander gefunden. Sie tauschen ihre unzähligen Instrumente während der Auftritte genauso munter und unbeschwert wie es die Sängerin Rosemary Standley alias Rosemary Moriarty mit ihrer Identität tut. Dazwischen gibt es immer wieder nett kleine Scherze und Showeinlagen die selbst Elvis neidisch gemacht hätten. Das ganze in der ohnehin schon cabaretesken Atmosphäre des Sergio Leone Saals in der Schauburg - es war phantastsich. Mal gedämpft, fast komplett unplugged, kurz darauf wieder zünftig in die Saiten gehauen. Am meisten fasziniert mich aber die ungewöhnliche Stimme der Sängerin mit ihrem sehr warmen Timbre. Wenn es nicht so viel spaß gemacht hätte den fünf auf der Bühne zuzuschauen, hätte man auch gut und gerne die Augen schließen und sich für 2h treiben lassen können.

Ach Schreck, jetzt habe ich ja beinahe vergessen den Support zu erwähnen. Der wurde gestellt von Emit Bloch, ein kauziger Hillbilly aus Utah, der melancholisch-komischen Blues kredenzte, der für einige Lacher sorgte. Schonmal "This is the new shit" von Marilyn Manson in einer Countryvariante gehört? Nein? Schade. Das werde ich sicher nie vergessen.

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Zu guter Letzt konnte ich auch nicht ohne etwas bleibendes zurück nach Freiberg fahren und so mußte ich mich bei der Auswahl budgetbedingt auf das Debutalbum von Moriarty, das auf den unausprechlichen Namen "Gee Whiz But This Is A Lonesome Town" hört, und eine niedliche 7" Single von "Isabelle", welche vom neuen Album "The Missing Room" ausgekoppelt ist. Auf diese bekam ich dann auch noch je ein Autogram von Zim & Arthur Moriarty. Danke!

Ich hab auch einen kleinen Mitschnitt vom Depeche Mode Cover "Enjoy the Silence" gemacht. Die Qualität ist nicht dolle und ich mußte die Tonspur ein bissel befriemeln. Aber es war unglaublich lustig.

Pssst, ich hab auch eine Amazonwunschliste - da hab ich "The Missing Room" mal hinzugefügt :)

VI. Amphi Festival 2011

Das diesjährige Amphifestival am Tanzbrunnen in Köln war für mich sowohl ein erstes mal in Köln als auch mein Debut was das Amphi Festival angeht. Obwohl ich schon Freitag früh mit irgendeinem undefinierbaren Unwohlsein im Bauche nach Heidelberg aufbrach, freute ich mich darauf meine Freundin wieder zu sehen um am Samstag in aller frühe in die Jugendherberge neben dem Kölner Bahnhof, und somit auch dem Dom, aufzubrechen. Punkt 10.00 Uhr trafen wir zusammen mit unserer Festivalbegleitung am Ziel ein. Zusammen mit meiner lieben Schulfreundin und Bloggerin sowie ihrem Freund teilten wir uns ein Zimmer im Pathpoint Hostel, welches im Übrigen für eine Jugendherberge wirklich gut in Schuss war. Aber das Zimmer war ja nur eine Notwendigkeit wenn man zwei Tage Konzerte vor sich hat. Der Tanzbrunnen war über die Eisenbahnbrücke zu Fuß in etwa 20 Minuten zu erlaufen und so machten wir uns am frühen Nachmittag auf um unseren Konzertplan abzuarbeiten. Der Samstag war dahingehend recht gediegen. Den Anfang machten mind.in.a.box, die ich schon lange mal live sehen wollte. Interessant war es allemal denn das Pitching von Stefan Poiss' Stimme klingt nicht nur auf Konserve cool. Allerdings muß ich die Tontechniker rügen. Es war ziemlich mies ausgesteuert und die ständigen Rückkopplungen waren eine Herausforderung fürs Trommelfell, um es mal vorsichtig auszudrücken. Die 40 Minuten waren auch schnell herum und im Theater warteten zunächst Rome und dann Persephone auf Beifall (letztere sogar buchstäblich *lol*). Nicht zu unrecht denn die angenehme Atmosphäre des bestuhlten Saales und die tollen Darbietungen gefielen mir sehr. Rome kannte ich bis dato nur namentlich, bin aber sehr positiv überrascht von dieser Dark-Folk Formation. Ich persönlich war aber eher wegen Persephone da. Nachdem ich es bis dato nie geschafft oder sie verpasst habe, klappte es nun endlich das Sideproject von Sonja Kraushofer (L'âme immortelle) endlich mal live und in farbe zusammen mit Piaon, Percussion und 3 Streichern zu erleben. Allerdings erst nach dem ersten Applaus. Ohne dem ging es nicht los. Was dann folgte war dem aber schon würdig. Die nicht mehr ganz so gertenschlanke Sonja hat offenbar sehr viel Herzblut in dieses Projekt gesteckt und mit viel Theatralik ihre meist sehr melancholischen Stücke mit Motiven aus verschiedenen - vorrangig aber der griechischen - Mythologien präsentiert.

Nachdem die letzte Zugabe gespielt und der Saal geleert wurde, hatten wir viel Zeit bis zum Abendprogramm. Die konnten wir mit einer vollkommen überteuerten Mahlzeit und ein bißchen Ausruhen überbrücken. Leider hat beides nicht ausgereicht um sich auf Suicide Commando und Hocico vorzubereiten denn die unerträglich stickige Luft im Staatenhaus und allgemeine Ermüdung rieten uns den Heimweg anzutreten. Das war für den Himmel wohl so traurig dass er die Schleusen für den gesamten Heimweg öffnete. Nun gibt es aber erstmal ein paar Photos vom Samstag.

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Ein Hauch von Winter...

Während vor nicht mehr als 2 Tagen in Heidelberg noch goldener Herbst zu bestaunen war, bot sich mir in Freiberg heute früh folgendes Bild:

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Absichtlich in tristem grau gehalten denn diese Tonung wird von nun an die nächsten Monate dominieren. Als ich in Freiberg mein Studium begann, hörte ich folgende (eigentlich scherzhaft gemeinte) Weisheit:

In Freiberg gibt es nur zwei Jahreszeiten. Winter und strengen Winter.

Jedenfalls habe ich mich zwar inzwischen daran gewöhnt dass hier bald Hagel, Schnee und Schneematsch das Tages- & Nachtbild beherrschen werden, darüber freuen kann ich mich aber nur bedingt. Das einzig Schöne ist, wenn man abends nachhause kommt. Ein heißer Tee oder Glühwein wollen den Abend einläuten und das unterschwellige Gefühl dass die Weihnachtszeit bald kommt, heben die Stimmung. Im übrigen boykottiere ich jegliches Weihnachtsgebäck bis zum ersten Dezember. Ich finde es eine Frechheit die Sehnsucht nach weihnachtlicher Beschauligkeit mit einer Lawine aus Lebkuchenherzen und Stollen schon Monate bevor überhaupt das erste Lichtlein brennt, zu ersticken. Ja ganz recht, die ersten Spekulatiustüten, Glühweinpullen und Schokoweihnachtsmänner standen schon in der Kaufhalle, da waren draußen noch 20°C - Freiberg wohlgemerkt. Nein, ich mach da nicht mit. Ich freue mich darauf aber ich möchte dessen nicht schon überdrüssig sein, wenn Weihnachten gerade erst angefangen hat.

Deshalb kehre ich zum ursprünglichen Thema zurück, dem schmuddeligen Novemberwetter. Das hat den Planungen für das Racetechshooting nämlich einen (zugegeben, nicht ganz unerwarteten) Strich durch die Rechnung gemacht. Ganz unglücklich war ich darüber am Sonntag aber nicht, denn vom Letzte Instanz Konzert kamen wir erst gegen 3 Uhr früh in Freiberg an, was den Start des Sonntages insgesamt ein wenig nach hinten geschoben hat. Gelohnt hat es sich aber allemal, denn da es das letzte Tourkonzert vor der Halbzeitpause war, konnte man neben Mina Harker noch eine weitere Vorband belauschen. Das (wohl noch recht unbekannte) Dresdener "Broken Soldiers Project" hat mir sehr gut gefallen. Definitiv auch mehr als Mina Harker. Sorry Mina, nichts für ungut. Aber man war ja eigentlich wegen der Instanz da. Und die haben mit Pyroshow und in etwa sovielen Zugaben wie regulärem Lineup den Schlachthof ziemlich aufgeheizt und den Abend schnell vergehen lassen. Danach gabs noch ein nettes meet&greet am Merch wo sich die Band wie immer viel Zeit für ihre Fans und das eine oder andere Augustiner genommen hat. Immerhin ein Photo mit Benni Cellini und Oskar dem Bären (der mir neben diversen anderen Sachen) zur kurzzeitigen Verwahrung anvertraut wurde.

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© as usual by www.rattenscharfe-photos.de

Ja es ist kindisch sich mit einem Teddybären photographieren zu lassen und ja, ich schaue ein bißchen - naja - debil. So what?

Zum Schluß noch eine Medienempfehlung

Ich gestehe, wenn ich mal 'ne Stunde Leerlauf habe, schaue ich gerne Serien. Nein, nicht GZSZ oder den Marienhof, sondern so ein paar handverlesene US-Serien. Da ich mit den exzellenten ersten drei Staffeln von Breaking Bad leider schon durch bin, war ich sehr froh als mir das schon im Vorfeld berüchtigte The Walking Dead angetragen wurde. Man sollte schon einen starken Magen und einen latenten Faible für Zombies haben wenn man sich diese Serie "antut", denn was einem visuell geboten wird, ist Zuckerschlecken. Ich gestehe, ich habe selten so eine "realistische", wenn man so will, Darstellung von Untoten gesehen. Auch wenn ich  nicht direkt ein Fan von den Hirnfressenden Stinkern bin, so habe ich da doch schon einiges Gesehen. Meistens war es ziemlich lächerlich. Allerdings geht es in der Serie nicht primär darum wie eine Handvoll Überlebender der Zombieapokalypse Stück für Stück (pun intended) dezimiert werden sondern wie sie sich angesichts dieser Aussichtlosigkeit auf menschlicher Ebene verhalten. Und das ist auch nicht immer das was man gerne sehen will aber alles andere als undenkbar. Metacritic vergibt immerhin ziemlich hohe 85 Punkte und eine Synopsis des, nicht ganz so trivialen, Plots gibt es bei Tante Wiki.

Thank you for your attention.