Wenn's am schönsten ist...
...soll man aufhören. Das haben sich auch a-ha gedacht als sie ihren Abschied ankündigten. Nach über 25 Jahren musikalischer Schmachtfetzen die mehr als einer Generation von Mädchen Tränen in die Augen gebracht haben, hören Morten Harket (Gesang), Pål Waaktaar-Savoy (Gitarre) und Magne Furuholmen (Keyboard) auf um in ihrer Heimat Norwegen in Rente (O-Ton: ...to retire ^^) zu gehen. Da ich ziemlich genau so alt bin wie die Band und ich Take on me schon im Studentenwohnheim meiner Mutter hörte, kann ich behaupten dass ich mit a-ha quasi aufgewachsen bin. Ja, ich gebe zu, sonst höre ich ja relativ wenig Kuschel-Synthie-Pop, aber Evergreens wie Crying in the rain und The blood that moves the body konnte ich mich auch nie verschließen. Wäre auch quark, denn selbst wenn man die kreischenden Teenies von damals, die inzwischen selbst schon lange kreischende Teenies hervorgebracht haben, abzieht, haben a-ha auch objektiv exzellente Musik gemacht. Zwar haben Mitte der 80er ziemlich viele Bands den Synthesizer für sich entdeckt, aber nur eine Hand voll haben es über einen so langen Zeitraum vermocht mit jedem Album aufs neue zu beweisen dass man damit auch wirklich klasse handgemachte Musik untermalen kann. Da das hier keine Retrospektive über ihr Schaffen sein soll, behaupte ich einfach mal dass sie nicht ein einziges schlechtes Album bzw. nicht einen Song der nicht mindestens 'gut' war hervorgebracht haben.
So war auch das Konzert am 26.10.2010 ein Moment der ein kleines bißchen in die Musikgeschichte eingehen wird. Die ziemlich gut gefüllte SAP Arena in Mannheim bot eine ziemlich üppige Bühne für die, wie immer, sehr bunten Lichtinstallationen sowie für die Band selbst, welche diesmal wieder von zwei weiteren Livemusiker komplettiert wurde. Obwohl unsere Plätze am gegenüberliegenden Ende der Arena waren, konnte man alles prima hören und dank der bis zur Decke ragenden Screens auch ganz gut sehen was auf der Bühne abgeht. Natürlich bestand das Lineup aus den bekanntesten und beliebtesten Songs und auch wenn das Publikum erst zur Zugabe so richtig aufgetaut ist, so war die Stimmung doch ziemlich schön und ich werde a-ha ausschließlich in guter Erinnerung behalten. Sie tun das, was viele Musiker verpasst haben. Aufhören, wenn sie am besten sind.
Da ich geahnt habe das ihr bekanntester (aber bei weitem nicht einziger) Hit als Zugabe gespielt wird, habe ich einfach mal die Kamera mit der dankenswerten Videofunktion benutzt und verbotenerweise mitgeschnitten:
a-ha - Take on me (Live @ Mannheim, SAP Arena - 26.10.2010)
Danke für ein Stückchen Musikgeschichte. Farewell.