Posterous theme by Cory Watilo

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Männerspielzeug: Fileserver basteln

Ich gebs zu, trotz meiner unterschwelligen Abneigung gegen die bedingungslose Technikgläubigkeit und -abhängigkeit der "zivilisierten" Welt mag ich es Computer zusammenzubauen. Inzwischen ist das ja keine Raketenwissenschaft mehr. Obwohl die Auswahl an Komponenten und Herstellern imens ist und eigentlich nur noch der Kostenfaktor die Leistung limitiert, braucht man bloß schauen was man machen will, was es können soll und der Rest ist eine Frage von Erfahrungswerten die man entweder selbst gesammelt oder in Foren/Testberichten zusammengeklaubt hat.

Bei meinem letzten kleinen Projekt ging es nicht um einen Gamer PC oder einen intelligenteren DVD Player sondern einen Datenschaufler oder, etwas professioneller ausgedrückt, einen Fileserver. Die Anforderungen sind klar: klein, leise, energieeffizient und günstig. Da ich mir als Hobbyphotograph auch ein bißchen Gedanken über die sichere Speicherung meiner Bilder machen mußte, stand die Wahl zwischen einem NAS und einer Selbstbaulösung. Der Vorteil eines fertigen Netzwerkspeichers ist natürlich fehlende Notwendigkeit einer aufwendigen Einrichtung. Der Nachteil ist zum einen der Preis (ordentliche NAS mit RAID kosten schon ab 250€ aufwärts) und die mangelnde Flexibilität. Also doch selbst was zimmern - yeah!

(download)

Inzwischen gibt es ja Komponenten die auf möglichst geringen Stromverbrauch und winzige Baugröße getrimmt sind. Ein Mini-ITX Board, das in etwa so groß wie zwei Tafeln Schokolade nebeneinander ist, sollte die Basis sein. Genauer gesagt ein Intel DMO150MO Mainboard mit integriertem Atom Dual Core Prozessor mit 1,66Ghz und Unterstützung für 4GB. Dazu (zunächst nur) 2GB DDR2 800 RAM und eine 1TB Festplatte was dann in einer nettes kleines Gehäuse implantiert wurde. Wenn die Kasse wieder ein bißchen gefüllt ist, wird noch ein RAM Riegel eingebaut und das System auf eine für den Serverbetrieb zertifizierte 2,5" HDD migriert. Dann wird die große Festplatte vor allem eines: Backup. Bisher hatte ich immer Glück mit meinen Speichermedien aber wie wir bei Fight Club und in der Statistik gelernt haben "ist die Zeitachse nur lang genug, sinkt die Überlebensquote auf null."

Als Betriebssystem empfiehlt sich für derlei Zwecke natürlich ein Server Betriebssystem und aufgrund seiner Popularität die Server Variante des aktuellen Ubuntu 10.04 LTS. Da ich keinen Scheibendreher mehr verbaut habe, wollte ich das ganze von einem speziell präparierten USB Stick aus machen. Leider stellte sich heraus dass die Distributoren beim Installer der 64bit Variante ein bißchen geschlampt haben und die Routine die Anwesenheit eines CD/DVD-LW vorraussetzt. Aber das Internet ist ein Fundus von vielen Lösungen und so konnte ich einen 'workaround' ausfindig machen der tatsächlich funktioniert hat und nach über 2h USB Sticks mit modifizierten Installern befruchten sowie zwei Wartebieren blinkte dann der Cursor hinter root@chaos$ erwartungsvoll nach Eingaben. Der Rest ist ein bissel Frickelarbeit. HTTP, FTP, SAMBA, DLNA lassen sich aber unter GNOME relativ selbsterklärend einrichten.

PS: Keine Sorge, ich werde hier keinen weiteren Techblog aufziehen :)