21. Wave-Gotik-Treffen | Der Rest

Ach da habe ich natürlich mal wieder zuviel im Vorfeld rumgeblökt und es dann doch nicht geschafft. Mea culpa maxima! Aber solange die Erinnerungen noch da sind, möchte ich zumindest resumieren was am Samstag, Sonntag und Montag des 21. WGT noch so geschah. Ich hoffe ich bekomme noch alles zusammen, denn ein Begleiter war so ziemlich immer dabei, nämlich der böse Geist aus der Flasche in seinen zahlreichen Erscheinungsformen. Aber erstmal Eines nach dem Anderen.

Tag 2 – Samstag, 26. Mai 2012

Der Tag begann ruhig und gediegen irgendwann gegen 8:30 mit Frühstück auf dem Zimmer. Um das mal vorwegzunehmen, wir haben meistens im Zimmer gegessen weil das unterm Strich bedeutend billiger ist, als sich irgendwo für viel Geld irgendwas fettiges und wenig nahrhaftes zu holen. Das erste, was ich an diesem Tag tun wollte, war in der Sixtina traditionell meinen Lieblingsabsinth einzunehmen. Libertine 72 heißt das edle Gesöff, welches ich mir dann so um die Mittagszeit gemütlich über den Gaumen goss – quasi als kleine Vorbereitung auf das Konzert, auf welches ich mich schon seit der Ankündigung freute, nämlich Lambda, dem Sideproject des Adversus Kontrabassisten Carsten Hundt. Eine Symbiose aus Kontrabass, elektronischen Variationen und, was neu im Vergleich zum Album „Weites Land“ war, einer sehr schönen Frauenstimme (Mareike Greb). Eine echte Empfehlung für Fans elegischer aber anspruchsvoller Musik. Der Soundcheck hat allerdings ewig gedauert da eine ziemlich penetrante Brummschleife sonst den Eindruck des Konzertes absolut versaut hätte. Wobei das die vielen gackernden Gruftis im Innenhof der Sixtina beinahe auch geschafft hätten. Aber sei’s drum, es war sehr schön und mit einer Flasche Odin Trunk, erträgt man auch das.

Der Nachmittag stand dann im Zeichen der Verkaufsstände in der Agra Messe. Die Kommerzialisierung wird zwar von allen angeprangert, gekauft wird trotzdem fleißig. Ich habe es allerdings bei einem kleinen, unbedeutenden Accessoir belassen. Um dann noch ein bißchen Musikprogramm mitzumachen, ging es gleich nach Öffnung der Konzerthalle in der Agra zu Grendel. Knackiger Aggrotech (laut Tante Wiki), solide, gut tanzbar. Fand ich schon das letzte mal gut, als sie das Pech hatten bei hellerlichtem Tag den noch verkaterten Schwärzlingen einzuheizen.

Danach war wieder das Heidnische Dorf Anlaufstelle. Zunächst nur um die Kehlen zu befeuchten, gegen 22 Uhr dann aber wegen eines Konzerthighlightes. Qntal habe ich bisher nur einmal gesehen, es muß etwa 2002 gewesen, und danach nie wieder, da man einfach nicht mehr in die Veranstaltungsorte reinkam. Umso schöner war es dann mein Lieblingslied Sumer (welches in Deinem Land mal wieder nicht verfügbar ist*), live in der Atmosphäre des „Mittelalters“ zu genießen. Die Stunde verging dann leider auch ziemlich schnell, die Lust aufs zappeln gehen eher nicht so.

In der kleineren Halle Agra 4.2 legten die DJs Sculscraper und Chris einen etwas seltsamen Mix aus Industrial, Noise und ähm Benni Benassi auf. Es hat auf jeden Fall gereicht um sich eine Blase am großen Zeh zu tanzen. Gegen 2:00 konnte ich dann meinen Fuß und mich selbst aufs Bett krachen um gemütlich bis zum Sonntagsprogramm zu grunzen. Weiterlesen

21. Wave-Gotik-Treffen | Tag 1 – Viktorianisches Picnik

Der erste Tag, ich nenne ihn Anreise- und Social-Happening-Tag, ist nun vorbei. Die Sonne lacht und der Schädel brummt ein bißchen. Freitag früh kurz nach 9 ging es los, das Leichentaxi bepackt und die Begleitung eingesammelt. Nach einem Zwischenstop in der Kaufhalle um noch das eine oder andere Getränk einzukaufen, ging es ohne größere Zwischenfälle auf nach Leipzig, der Heimat des Wave-Gotik-Treffens. Ziemlich genau zum Mittag war dann auch die Pension bezogen (ich hoffe der alte Mann hier macht das noch ein Weilchen). Ausgepackt und die ersten Bierchen gezündet, machten wir uns dann auf zum Hauptbahnhof um dort unsere Tickets gegen das obligatorische Bändchen einzutauschen. Das klappte nach ein paar Irrläufen durch den Bahnhof auch ganz gut. Letztes Jahr war die Ausgabe nämlich an der Ostseite, wohingegen man dieses mal am Zugang zur Innenstadt das Häusl aufgestellt hat. Das Fehlen einer Warteschlange machte den reibungslosen Ablauf komplett. So kanns auch mal gehen.

Ein aufkommendes Hungergefühl ließ die Frage aufkommen, was man denn nun essen möchte. Die traditionellen Fast Food Dealer standen zur Debatte und so entschieden wir uns kurzer Hand für Soup & Nem. Eingestellt auf Glutamat, war die Überraschung groß, als ein wirklich lecker aussehendes und prima schmeckendes Irgendwas serviert wurde. Top! Klare Empfehlung.

Das Programm wurde dann fortgesetzt mit einem Abstecher in den Zetkin-Park. Ich Trottel hab aus irgendeinem Grund meine große Kamera nicht mitgenommen. Nunja. Zum Glück hat die liebe Begleiterin ihre Knippse dabei gehabt und fleißig all die schönen Gestalten beim Viktorianischen Picnik photographiert.

Wie gesagt, leider nur mit einer kleinen Knippse, aus dem Handgelenk geschüttelt und mit mäßiger Belichtung. Aber sei’s drum – der Eindruck zählt! PS: Hab da mal noch ein bißchen Lightroomvoodoo drüber gejagt.

Danach ging es mit einem Zwischenstopp in de Pension aufs Heidnische Dorf, wo wir dann auch komplett bei Met und Honigbier versackt sind. Ende.

Das Heidnische Dorf hat so einige in die Knie gezwungen. Die Security hat den einen oder anderen Trunkenbold tragenderweise hinausgeleitet.

21. Wave-Gotik-Treffen | Der Plan

Wgt-kompass

Es ist mal wieder soweit, der schwarze Zirkus hält Einzug in Leipzig. Bis auf ein ausgefallenes Jahr bin ich nun seit 2001 jedes mal dabei gewesen wenn der Teufel in der Agra Messehalle, im Werk II und einer inzwischen riesigen Anzahl weiterer Veranstaltungsorte los ist. Da sich einige Umstände geändert haben, begann ich erst vor einer Woche mit den Planungen. Aber als routinierter WGT-Gänger ist da auch nicht mehr so viel Vorarbeit zu leisten. Die Pension ist ja schon seit dem letzten Pfingsten reserviert und die Karte hole ich eh immer auf den letzten Drücker – dank der Freiberger Touristinfo auch kein Problem.

Es wird ja im Vorfeld immer viel gejammert über die Organisation des WGT.

„Oaaar schon wieder teurer geworden“

81€ sind nicht wenig aber verglichen mit Rock am Ring und gemessen am Aufwand ein Festival in der ganzen Stadt Leipzig verteilt zu organisieren – also bitte.

„Die Bands sind so kacke!“

Es sind nicht jedes Jahr die gleichen Headliner da. Gut so. Ich mußte am Anfang auch ein bißchen suchen bis ich eine Hand voll Bands gefunden hab die ich sowohl kannte als auch mochte. Aber man kann sich ja auch mal auf Neues einlassen. Nicht wahr?

„Das Wetter ist zum kotzen!“

Dagegen kann ich leider auch kein entkräftendes Argument bringen. Das ist es nämlich meistens. Entweder verläuft einem die Schminke weil 35°C im Schatten sind oder weil es Bindfäden regnet. Aber was wären wir Deutschen wenns nix zu meckern gäbe. Und sei es nur das Wetter.

Dies nur am Rande um ein paar Klischees zu rezitieren.

Wie jedes Jahr werde ich ohnehin nicht alles schaffen was ich mir vorgenommen habe – nichtmal ansatzweise – aber einen Plan habe ich zumindest schonmal und der sieht im Groben wie folgt aus: (copy & paste von hier)

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